Sonntag, 22. August 2010

Hussein-Putin-Pakt

Angesichts der, meistens verbalen, Drohkulisse des Westens gegenüber dem Iran in den letzten Wochen in Bezug auf sein Atomprogramm sind die Reaktionen auf den Reaktorstart in Buscher befremdend. Die westlichen Hauptstädte sind auf die Appeasment-Linie eingeschwenkt und begrüssen die "Nutzung der Atomenergie für die Sache des Friedens" , Washington ergeht sich in Beteuerungen der Art "ist nicht schlimm" und Netanjahu schweigt sich aus. Seine Erklärungen, ein nuklearer Iran wäre eine existentielle Bedrohung für Israel, wiederholt er nicht mehr, weil sie mittlerweile von der Realität überholt sind und lächerlich erscheinen würden.
Debkas Quellen legen ein Geheimabkommen zwischen dem US-Präsidenten Hussein und dem russischen PM Putin offen: Russland wird den Iran-Sanktionen - dem Prestigeprojekt Husseins - im UN-Sicherheitsrat zustimmen, die US-Administration wird im Gegenzug beim Reaktor in Buscher beide Augen zudrücken. So ist es auch geschehen. Die Beteuerungen des US State Department, der Reaktor berge "no proliferation threat" [keine Gefahr der Weiterverbreitung], denen in Eurabien genauso nachgeplappert wird, sind eine Lüge der Idioten für Idioten - Buscher ist ein Quantensprung für das iranische Atomwaffenprogramm. Netanjahu hat sich zu sehr auf die härtere Gangart des russischen Präsidenten Medwedew gegenüber dem Iran und auf dessen Beteuerungen verlassen, dass Russland den Reaktor in diesem Jahr nicht ans Netz nehmen werde. Doch Medwedew war nirgeds zu sehen, als am 15. August Putin den Rosatom-Chef Kirienko in aller Öffentlichkeit beauftragte den Iran in einer Woche zur Atommacht zu machen. 
Die Hussein-Regierung spielt auch ihren Part: der von Hussein verfolgte Selbstzweck, Abbas und Netanjahu öffentlichkeitswirksam an einen Tisch zu setzen, sieht nur auf den ersten Blick irrational aus - solche Verhandlungen zerren an den Ressoursen des Zwergstaates Israel und verringern den Spielraum für entschiedene Aktionen gegen den Iran und seine Achsenpartner. Die "Friedensinitiativen" Husseins sind Beeren vom selben Feld, wie die Flottillen Erdogans, nur um einiges besser verpackt: sie sind Teile des selben politischen Erschöpfungskrieges gegen Israel, um möglichst viel von seiner Handlungsfähigkeit gegenüber realen Bedrohungen zu nehmen. Gestern hatte diese Strategie der etapenweisen Demontage Israels mit dem iranischen Atomreaktor in Buscher ihren ersten grossen Wurf.

Solche Verträge von Grossen auf Kosten eines schwächeren Dritten, sei es das Münchner Abkommen über Tschechien oder der Hitler-Stalin-Pakt über Polen hatten in nicht allzu ferner Vergangenheit in grössten Katastrophen geendet. Aber die Menschheit will notorisch nichts aus der Geschichte lernen, wenn sie immer wieder solche politischen Missgeburte wie Hussein hervorbringt.   

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