Mittwoch, 25. August 2010

Irak gibt es nicht mehr

Dr. Guy Bechor vom interdisziplinaeren Zentrum in Herzliya analysiert in seinem Blog http://www.gplanet.co.il/ [Ivrit] die Folgen des Rueckzugs - in seinen Worten der Flucht - Husseins aus dem Irak. Er nennt ihn die schmachvollste Niederlage der Amerikaner, in ihren Folgen sicherlich viel schlimmer, als Vietnam. Der Irak ist kein Staat mehr, er ist das Paradebeispiel des Staatszerfalls, herbeigefuehrt von aussen, fuenf Monate nach der "Parlamentswahl" ist die "Regierungsbildung" immer noch nicht gelungen. 
Saddam's sunnitische Minderheit hatte das Land in eisernen Handschuhen gehalten, jetzt zeigt sich, dass in diesem Land keine andere Regierungsform moeglich war und ist. Ihre Abschlachtung durch Saddam haben die Schiiten, und der Iran, letzterer auch den C-Krieg Saddams, gut in Erinnerung und die irakische Armee ist jetzt mehrheitlich schiitisch, sie ist aber nicht mehr, als eine Ansammlung von paramilitaerischen Einheiten, die eher gegeneinander Krieg fuehren, als mit dem abstrakten Feind "Terror". Wie ein schwarzes Loch zieht das Zweistromland  Terroristen aus aller Welt an, die das von den gescheiterten Verbreitern der Zivilisation in der Finsternis hinterlassene Vakuum fuellen, es wird zum Schauplatz des fatalen "sunnitisch-schiitischen Armageddon": der Iran hat das Land dicht mit dem schiitischen Terrornetzwerk infiltriert - die Saudis kommen kaum nach, ihre wahhabitischen Al-Qaida-Kaempfer ins Land einzuschleusen. Die Sunniten hatten im Irak alles - jetzt haben sie nichts und somit nichts zu verlieren. In dem Masse aber wie die Massaker der Schiiten im Irak zunehmen, werden die sunnitischen Minderheiten des Iran [Chuzestan, Sistan und Belutschistan] aktiv und bringen den Irak in den Iran. Der Irak ist auch nicht vernunftig zu teilen: selbst im sunnitischen Dreieck Bagdad-Tikrit bildet das bagdader schiitische Viertel Sadr-City eine Art Staat im Staat, die Amerikaner haben es mit einer Mauer umgeben - aehnlich wie Israel die palaestinensischen Terrorenklaven wie Qalqiliya, und dennoch fliegen immer wieder Raketen und Moerser daraus auf das Regierungsviertel nebenan. Die Tuerken und der Iran haben wiederum ein gemeinsames Problem - die Kurden, und jagen sie bei sich und im Nordirak, wie auch die die Syrer in ihrem Norden, wie und wo immer es nur geht, ein unabhaengiges Kurdistan fuerchten sie wie Teufel das Weihwasser.
Das "Problem der Palaestinenser" existiert nur in der abgefrorenen Phantasie eurabischer Politiker und bei dem analphabetischen US-Praesidenten - die arabische Welt nimmt es nicht mal wahr - der Irak ist ihr Kopfschmerz. Waehrend sich Eurabien und die UNO immer noch mit der Mava Marmara beschaeftigen, nimmt man die fast taeglichen Anschlaege mit dutzenden Toten im Irak nicht mal richtig wahr. Wenn die Regierung Bush vor 7 Jahren geahnt haette, welches Land und welche Umgebung sie nach 7 Jahren Krieg hinterlassen wuerde, haette man sich das in Pentagon und im Weissen Haus sicher anders ueberlegt und das arabisch-nationalistische Regime Saddams nicht nur nicht gestuerzt, sondern mit allen erlaubten und unerlaubten Mitteln gefestigt. Den heutigen Ahmadinedschad haette es mit Saddam nie gegeben. Vor sieben Jahren wollte man eine bluehende Demokratie im Irak installieren - jetzt gibt es den Irak nicht mehr.

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