Sonntag, 22. August 2010

Iran formell Atommacht

Mit dem Einsatz von 162 Brennstäben am Samstagmorgen ging der erste iranische Nuklearreaktor in Buscher ans Netz, der "physische" Reaktorstart erfolgte in Zusammenarbeit mit dem russischen Atomenergiekonzern "Rosatom". Insgesamt soll der Reaktor in den kommenden zwei Wochen mit 82. t Treibstoff gefüllt werden, meldet Debka. An der feierlichen Zeremonie nahm der Rosatom-Boss Kirienko persönlich teil, er lobte die Zusammenarbeit der russischen und iranischen Ingenieure bei der Vollendung des Projekts, dass 1974 mit deutscher Hilfe begann. "In Anbetracht dieser langen Wartezeit ist der physische Reaktorstart des Atomkraftwerks Buscher symbolisch für die iranische Nation", so Kirienko. In der Antwortrede bedankte sich der iranische Vize-Präsident und Leiter der iranischen Atomenergiebehörde Ali Akbar Salehi bei den Russen für die geleistete Hilfe: "Das ist ein historischer Tag, dieses Ereignis wird in die Geschichte eingehen." In jedem Fall. 
Am Vorabend des Reaktorstarts beteuerte das russische Aussenministerium, dass der Reaktor in Buscher ausschliesslich "friedlichen Zwecken" diene, und die Möglichkeit dessen Nutzung in der Kette der Herstellung von Nuklearwaffen "völlig ausgeschlossen" sei. Dieser Beteuerung - die eine Lüge reinsten Wassers ist -  schloss man sich in Washington, London und Paris an. Man begrüsse die friedliche Nutzung der Atomenergie. Wie früher berichtet, sieht man in Washington nun keinen Grund für die eigenständige Urananreicherung im Iran, weil Russland den fertigen Treibstoff für den Reaktor liefere, und ruft das Regime dazu auf, das eigene Urananreicherungsprogramm einzufrieren . Dies stiess aber in der iranischen Führung auf Unverständnis. Aussenminister Manouchehr Mottaki erklärte, dass sein Land nie erwogen hatte, die Urananreicherungsaktivitäten im Zusammenhang mit dem Reaktorstart in Buscher einzustellen. Die islamische Republik Iran habe hohen Energiebedarf und man habe vor, die Energieschöpfung durch Atomkraftwerke bis auf 20.000 MW zu erhöhen, während der Reaktor in Buscher "nur" 1000 MW leiste.

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