Sonntag, 22. August 2010

Iran nach Buscher: der Drang nach Westen

Nicht weniger als der eigentliche technische Erfolg ist beim Reaktorstart in Buscher der psychologische Faktor zu beachten: das Regime hat das "Jahrhundertwerk" Buscher fertigestellt, der Iran ist die erste islamistische Theokratie der Welt, die ueber eigene Nuklearkapazitaeten verfuegt; zudem habe die Kulisse aus wahnhaften kriegerischen Drohungen gehalten, und "der Feind" hat es nicht gewagt, das Fest zu betrueben. Der Auftrieb zu weiteren "Errungenschaften" ist immens, die iranische Opposition kann der Westen bei der allgemeinen Euphorie im Land um das "historische Ereignis" erst einmal vergessen. Der erste Atomreaktor hat Ahmadinedschad mehr gebracht, als "nur" die 162 Brennstaebe - die nach uebereinstimmender Expertenmeinung und entgegen den Luegen der Uran-Verkaeufer des "Rosatom" sehr wohl  in die Weiteranreicherungskette eingespeist werden koennen - er hat eine weitgehende Konsolidierung nach innen bewirkt und den regionalen Fuehrungsanspruch nach Aussen untermauert. Mit Bahrain ist der erste Zwergstaat in unmittelbarer Nachbarschaft zur IRI, wie zuvor berichtet, bereits eingenickt. Weitere Dominosteine koennten bald folgen. Es wird jetzt immer sicherer, besser ein Freund des Iran zu sein. Ahmadinedschad passt derweil seine Rhetorik dem neuen Status des Iran als alpha-Maennchen der Region an, das erste funktionierende AKW hat in der IRI einen beispiellosen Waffenfetischismus hervorgerufen: wie Arutz 7 berichtet soll das neue unbemannte Kampfflugzeug der iranischen Luftwaffenindustrie nach dem Willen Ahmadinedschads "Botschafter des Todes" [fuer Israel und andere Feinde] heissen. Der Westen hat sich an die Hasstiraden des iranischen Praesidenten gewoehnt und hat mittlerweile nicht mehr als ein muedes Laecheln dafuer uebrig. Fuer die Reden Hitlers hatten seine politischen Gegenspieler, die Parteien und Grossindustrielle der Weimaraer Republik und die  damaligen Grossmaechte auch nicht mehr uebrig, als ein muedes Laecheln.

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