Donnerstag, 12. August 2010

Iran-Sanktionen zeigen ihre "Wirkung"

Das Fachportal fuer den Energiebereich argusmedia.com veroeffentlichte den Bericht ueber einen der Mechanismen, mit denen der Iran unter Umegehung der Sanktionen weiter Treibstoff, auch in Europa, kauft. Die isranische Gesellschaft NITC, die ueber eine grosse Tankerflotte verfuegt, kauft die mit Sanktionen belegten Erdoelprodukte direkt in den europaeischen Haefen und bringt sie in den iranischen Hafen von Bandar-Abbas am Persischen Golf. Als Beispiel berichtet das Portal vom Kauf von 250 Tsd Liter Treibstoff in Griechenland; der Treibstoff mit dem griechischen Tanker  Kriti Art transportiert, der in den internationalen Registern als "zur Verschrottung abgeschrieben" gefuehrt wird. Der Tanker soll gegenwaertig auf dem Weg nach Bandar-Abbas sein. Drei weitere Grosstanker wurden auf dem Weg in den Iran gesichtet: zwei von ihnen wurden am Terminal des tuerkischen Erdoelrafineriekomplexes Tupras beladen, ein weiterer, die unter der Flagge Hong-Kongs fahrende Atlantic Blue, wurde in Hafen Jebel Ali, VAE, beladen, und ist ebenfalls auf dem Weg in den iranischen Hafen. Diese Beispiele zeigen, dass das Protzen Ahmadinedschads ueber die Wirkungslosigkeit der Sanktionen nicht nur Bloeff war. Wie wir zugenuege schrieben, werden die Sanktionen den Bau der iranischen Bombe nur beschleunigen, weil das Regime die knapper werdenden Ressourcen noch intensiver in sein Urananreicherungsprogramm investieren wird, das es laengerfristig aufgrund deselben Sanktionen vielleicht doch wird nicht realisieren koennen.
Der erste Vize-Praesident Irans Mahammed Reza Rahimi erklaerte im Interview an die iranische Fars, dass die islamische Republik entschieden habe, auf die Waehrungen $ und Euro ganz zu verzichten: "Wir beabsichtigen, den Dollar und den Euro aus dem Waehrungskorb [der iranischen Zentralbank] herauszunehmen. Wir werden sie durch den iranischen Rial oder die Waehrung eines anderen Staates ersetzen, der mit uns kooperieren moechte. Wir wollen uns unsere Haende nicht mit diesen Waehrungen schmutzig machen. Wir betrachten sie als unberuehrbar. Wir werden unser Oel nicht fuer $ oder Euro verkaufen." "Unberuehrbar" sind sie fuer den Iran aber erst nach den Sanktionen geworden, und die Beobachter halten die Saetze des iranischen Vize fuer einen schlecht gelungenen Euphemismus, um die Tatsache zu umschreiben, dass der Iran seine letzten Waehrungsreserven zu pluendern gezwungen ist. Ausser dem israelischen Schekel - einer gegenwaertig viel robusteren Waehrung als $ oder Euro - blieben da fuer den Iran aber nicht all zu viele Alternativen. Aber die drohende Finanzkrise des iranischen Staatshaushalts sollte man nicht fuer ein Hindernis auf dem Weg zur Bombe betrachten - sie wird das Letzte sein, wofuer dem Regime das Geld ausgehen wird.

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