Donnerstag, 19. August 2010

Militärführung mit sich selbst beschäftigt

Barak, Aschkenasi
Während übermorgen Iran ganz offiziell zur Atommacht werden soll, befindet sich die militärische Fürhung Israels in einer der tiefsten Krisen seit Staatsgründung. Beobachter der israelischen Debka berichten unter Berufung auf eigene  Quellen in der Regierung, dass die Geschichte um das "Galant-Papier" - eine angeblich zu Papier gebrachte PR-Kampagne zur Durchsetzung der Kandidatur von Gen. Galant als Nachfolger Aschkenasis im Generalsab - Barak und Ashkenasi ihre Sessel kosten könnte. Am Dienstag und Mittwoch wurde aus der Zeugenaussage Aschkenasis in der Polizei bekannt, dass sich das Papier schon sechs Wochen vor dessen Veröffentlichung durch den zweiten Fernsehkanal auf seinem Tisch befunden haben soll, und nicht nur auf seinem. Warum er es weder an die Staatsanwaltschaft weitergegeben, noch Galant und Arad zur Erklärungsabgabe zitiert hatte, ist unklar. Die Ermittlung neigt gegenwärtig zum Schluss, dass das Papier fabriziert ist. Rein abstrakt betrachtet: wenn im Kampf um den Generalstab solche Strategien überhaupt entwickelt werden, wer lässt so etwas auf dem Papier - mit Briefkopf und Fusszeile des Büros des Regierungsberaters Arad - und speichert das auf seinem Rechner ab?
Wer dahinter steckt und welche Ziele verfolgt werden, ist bislang unbekannt, aber eines ist schon erreicht - das politisch-militärische Establishment des Landes ist handlungsunfähig. Es ist weder mit der Hisbollah, noch mit dem Iran beschäftigt, sondern ausschliesslich mit sich selbst. Debkas Quellen melden, dass zwischen Barak und Aschkenasi schon seit Wochen Funkstille herrscht. Als ein möglicher Grund wird das Verhalten Baraks vor der Tirkel-Kommission genannt, in der er die Verantwortung für die Aktion auf Mava Marmara an die Zahal-Leitung abgegeben hatte - Aschkenasi soll dies öffentlich kritisiert haben. Der ganze Lärm um Barak und die oberste Heeresleitung, von wem auch immer inszeniert, könnte den Regierungschef letztendlich dazu bewegen, ihre Rücktritte zu fordern, weil sich der Staat Israel in seiner geostrategisch katastrophalen Lage diese Schande nicht länger leisten kann. Wir zitierten Galant mit den Worten, dass am Ende des Skandals irgendjemand in den Knast wandern werde. Das stimmt zwar, aber ob das Israel dann noch hilft.

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