Montag, 16. August 2010

Kalte Dusche gleich am Anfang

Die Annaeherung an Griechenland wurde in Israel in letzer Zeit, spaetenstens seit dem de facto Abbruch der Beziehungen mit der Tuerkei, immer mit hoechster Genugtuung betrachtet, hier und dort war eine gewisse Euphorie zu spueren. Dieser Euphorie, die auch Netanjahu bei seinem Flug nach Griechenland getragen haben mag - bei der Mission soll nichts geringeres, als ein neues strategisches Buendnis beschlossen werden - wurde gleich am Flughaen Athen ein Daempfer verpasst. Den Premierminister Israels empfing auf griechischer Seite der stellvertretende Kultusminister, berichtet Kol Israel, Quellen aus der Umgebung Netanjahus bestaetigten den Bericht. Auf dem Programm Netanjahus sind u. a. Treffen mit der oertlichen juedischen Gemeinde, danach soll er vom griechischen Premier Papandreou empfangen werden. Ferner sind Besuche mehrerer militaerischer Objekte geplant.
Es ist sicherlich keine Erniedrigung oder Brueskierung, wenn den israelischen Premier ein stellv. Minister eines Sekundaerministeriums empfaengt, oder irgendein sonstiger anstaendiger Mensch, aber gemessen am diplomatischen Protokoll fuer solche Anlaesse ist das in der internationalen Praxis, sagen wir mal, eher unueblich. Ganz abgesehen von diesem Fall kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass es  in letzter Zeit  Sitte geworden ist, Vertreter des juedischen Staates mit kalten bis herablassenden Empfaengen bzw Aeusserungen zu konfrontieren. Sei es im Weissen Haus, wie im Maerz, seien es die andauernden Ausfaelle Erdogans, sei es ein  etwas ueberhitzter deutscher Entwicklugnsminister oder der jetzige Fall. Und zwar ist hier nicht von Ahmadinedschad und seinen Achsenpartnern die Rede, sondern von den Staaten, die als "zivilisiert" gelten, was besonders bedauerlich ist.

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