Mittwoch, 4. August 2010

Knesset: Nein zum Tempel in Sao Paulo

Das Vorhaben, in der brasilianischen Stadt Sao Paulo eine exacte Nachbildung des zertoerten Tempels Israels aufzubauen ist in der Knesset fraktionsuebergreifend, und nicht nur bei den religioesen und nationalen Parteien auf Unverstaendnis und Ablehnung gestossen. MK Michael Ben Ari (Ihud ha'Leumi, dt.: Nationale Einheit) hat sich an den Botschafter Brasiliens mit einem offiziellen Schreiben gewandt, in dem er seinen Unmut ueber die exotische Idee und die Forderung aeusserte, die Schaendung des Heiligtums nicht zuzulassen. Ohne eine boese Absicht zu unterstellen, klaerte Ben Ari die Brasilianer ueber das Wesen des Tempels auf: "Der Tempel ist nicht nur ein Baut, sondern auch der Ort - der Tempelberg, und die Grundidee, die in der Tora angelegt ist, besteht darin, dass der Tempel in Jerusalem erbaut wird", zitiert Ben Ari die Zeitung Maariv. Er riet den Vertretern der Universalen Kirche, die hinter der Organisation der Baumassnahmen steht, vom Projekt abzuruecken sowie, ferner, "die gesammelten Mittel [geschaetzte 200 Mio $] fuer den Transfer der Al Aksa-Moschee nach Brasilien zu verwenden, damit das Volk Israel endlich das Gebot erfuellen und den Tempel wiedererbauen kann." Eine ganze Reihe von Abgeordneten hat das Projekt der Nachbildung als Ausdruck des Goetzentums und der Gotteslaesterung bezeichnet. "Die Juden glauben daran, dass der Dritte Tempel vom Himmel [an seinem urspruenglichen Ort, dem Tempelberg] hinabgesandt wird", erinnerte der MK vom Vereinigten Tora-Judentum [Yahadut ha'Tora] Rav Menachem Elieser Moses.

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