Mittwoch, 4. August 2010

Libanon bestaetigt eigenen Erstangriff auf Israel

Das gestrige Gefecht zwischen den Armeen Libanons und Israels hat eine neue Tatsache in Nahost offenbart: die weitgehende Verschmelzung der libanesischen Armee und der Hisballah-Miliz, analysiert Debka. Waehrend die Armee gemaess der UN-Resolution 1701 fuer die Entwaffnung und Aufloesung der aus dem Iran gesteuerten Terrorarmee im eigenen Land zustaendig ist - ist sie de facto mit ihr verschmolzen - rein militaerisch durch Nutzung gemeinsamer Kriegsgeraete, Uebungsplaetze, durch Teilung von Geheimdienstinformationen, personell - Hisballah-Terroristen werden in die libanesische Armee einberufen - und was noch wichtiger ist, ideologisch. Es ist fast nicht mehr auszumachen, "wer das war", weil es mittlerweile eine Einheit ist. Am weitesten ist dieser Prozess im schiitischen Sueden gediehen, aber Israel verfuegt schon lange ueber Informationen, dass die Hisballah ihre Infrastruktur im ganzen Land aufgebaut hat und sich mittlerweile eher als "Schutzmacht" Libanons versteht, denn eine geduldete Terrorvereinigung. Haette die libanesische Armee und die Regierung das Gewaltmonopol, waere auf die israelischen Armeeingenieure selbst dann nicht scharf geschossen worden, wenn sie irrtuemlich auf das libanesische Gebiet vorgedrungen waeren. Die Verlaeufe des Schutzzauns und der von der UNO anerkannten Demarkationslinie, die die Grenze Israel-Libanon seit dem Abzug Israels 2000 markiert, stimmen teilweise nicht ueberein, wie in diesem Fall: die israelischen Soldaten erledigten ihre Arbeiten evtl ein oder zwei Meter jenseits des Zauns aber 80 Meter suedlich der Linie, berichtet Arutz 7, und somit auf israelischem Gebiet - dass weiss die UNIFIL, dass weiss die Zahal, dass weiss die libanesische Armee und auch die Nasrallah-Truppe. Mehr noch: nach Angaben des Armeepressedienstes wurden nicht die eigentlich die Arbeiten Ausfuehrenden Soldaten unter Feuer genommen - sondern die noch weiter hinten stehenden und die Arbeiten leitenden Zahal-Offiziere.
Die Hisballah unternahm angesichts der drohenden Verurteilung durch das Libanon-Sondertribunal wegen Mordes an Rafik al Hariri 2005 eine Flucht nach vorne: im Falle des Krieges mit dem "zionistischen Feind" wird der Sohn des Ermordeten Saad al Hariri nicht mal theoretisch dazu kommen, den Moerder aus seinem Luxusbunker herauszuholen und seine Bande zu entwaffnen, sondern mit ihm gemeinsam gegen den beliebten Feind kaempfen. Bei seiner Rede aus dem Drecksloch irgendwo im suedlichen Beirut versprach Nasrallah gestern, dass er beim naechsten Zusammenstoss seine Terrorarmee Libanon im vollen Umfang zur Verfuegung stellen werde - und Hariri wird das Geschenk annehmen, ob er das will oder nicht. Israel trauert derweil um das unschuldige Opfer des brutalen Ueberfalls, den Oberst der Reserve Dov Harari aus Netania (45).
Wie das Online-Portal der Tageszeitung Maariv NRG meldet, setzt die Zahal die Arbeiten entlang des Zauns auch heute wie geplant fort, verstaerkt und abgesichert durch zusaetzlich verlegte Einheiten. Die Armee ist fest davon ueberzeugt, dass die  Hisballah hinter der Provokation steht - die regulaere Armee und deren Leitung in Beirut konnten kein Interesse an der Anzettelung des Krieges haben - die Hisballah schon. Die Lage hatte sich zusaetzlich verschaerft, nachdem Libanon an der Grenze zu Israel die neunte "schiitische" Brigade der libanesischen Armee stationiert hatte - hier ist es klar, unter wessen Kommando sie steht. Die libanesische Armee bekannte sich inzwischen dazu, als erste das Feuer eroeffnet zu haben, um "die eigene Souveraenitaet zu schuetzen" - die beobachtende UNIFIL gab offiziell bekannt, dass die Israelis sich stets auf eigenem Territorium befanden. Damit ist der gestrige Zwischenfall eine Aggression reinsten Wassers gegen Israel. Die Region rangiert am Rande eines groesseren bewaffneten Konflikts. (Foto: Oberst Harari, Debka)

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