Montag, 9. August 2010

Schlamschlacht um Generalstab

Letzte Woche veroeffentlichte der zweite israelische Fernsehkanal [Arutz 2] ein Dokument aus der Kanzlei des PR-Beraters des Verteidigungsministeriums Yael Arad, das einen stretegischen Plan zur etapenweisen Amtseinfuehrung eines der Hauptanwaerter auf den Posten des Generalstabschefs, des Oberbefehlshabers des Militaerbezirks Sued General Yoav Galant enthaelt - durch gezielte Intrigen, PR-Tricks und Denunzierungskampagnen. 
Die Kaempfe der Generaele bei der Besetzung der hoechsten Position im Militaer sind nichts neues in Israel, da wird auch mal mit harten Bandagen gekaempft, und es ist auch nichts anruechiges dabei, wenn ambitionierte Anwaerter um das Oberkommando wetteifern. Das hier ist aber etwas voellig anderes. Der Schaden an der Armee ist immens. Und fuer die Sicherheit. Letzteres, weil der sonst mehr oder minder reibungslos funktionierende Mechanismus der Armee ins Stocken geraten ist: der Ombudsmann der Regierung Yehuda Weinstein hat am Sonntag eine Sonderermittlung zu dieser missglueckten [oder geglueckten] PR-Kampagne angeordnet - sie wird von der Abteilung der Staatsanwaltschaft fuer besonders schwere Straftaten gefuehrt - und dem Verteidigungsminister Barak die Ernennung des Nachfolgers von Gabi Ashkenazi, solange die Ermittlungen andauern, untersagt. Die Interviews mit den Kandidaten koenne er aber weiter fuehren, nur weiss niemand, welche Anwaerter dann noch relevant sein werden und welche nicht mehr. Ashkenazi erklaerte, dass die Armee der Staatsanwaltschaft  bei ihren Ermittlungen jede erdenkliche Hilfe leisten werde. Gen. Galant - und auch der Berater Arad, in dessen Kanzlei das Papier gefunden worden sein soll - bestritten jegliche Verbindung zum skandaloesen Papier. Galant aeusserte im israelischen Rundfunk seinen Unmut ueber das angebliche "Strategiepapier" und sagte, dass "am Ende [der Ermittlungen] irgend jemand ins Gefaengnis wandern" werde. Verdaechtigt werden koennen erstmal alle Beteiligten - aber aus unserer Sicht sind auch die verantwortlichen Redakteure des zweiten Kanals unter den heissesten Anwaertern auf die Gefaengniszelle, die sich, wie Mistfliegen auf die heisse Unreinheit, auf das Papier stuerzten.

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