Montag, 9. August 2010

Sklaven im eigenen Land

Keinem einzigen Land in der gesamten Nachbarschaft Israels und auch sonst auf der Welt waere in den Sinn gekommen, eine Untersuchung zum Vorgehen der  eigenen Armee im Einklang mit dem geltenden Voelkerrecht zu initiieren. Israel ist anders, und nicht weil es die einzige Demokratie im finsteren Vorderasien ist - keine Demokratie verlangt es, eigene Streitkraefte nach ihrem Einsatz zur Verteidigung der eigenen Souveraenitat samt der politischen Fuehrung zur Rechenschaft zu ziehen. Das hat allein mit der selben Sklavenmentalitaet der Juden zu tun, die zwar seit 62 Jahren wieder im eigenen Staat leben, aber in den Koepfen immer noch unter der Fremdherrschaft. Der Gipfel dieser armseligen Selbstgeiselung war heute die Vorladung des Premiers Netanjahu vor die Tirkel-Kommission zur Untersuchung des Free-Gaza-Zwischenfalls. Israel will damit der ganzen "Welt" - darunter werden meistens Eurabien und die USA verstanden - zeigen, dass es als demokratisches Land mit funktionsfaehigen Rechtsinstitutionen selbst eine Untersuchung unvoreingenommen durchfuehren kann. Aber die "Welt" wird es als Schuldbekenntnis verstehen, das ist viel leichter und bequemer fuer die "Welt".
Und laut manchen Presseberichten soll Netanjahu obendrein auch noch die Verantwortung fuer die operative Durchfuehrung der Operation, die Blamage der Geheimdienste, die falsche Lageeinschaetzung, auf alle anderen, ausser sich selbst verteilt haben, vor allem auf den Verteidigungsminister Barak. Das stimmt, dass er zur Zeit der tuerkischen Provokation in den USA war, aber noch immer nicht auf dem Mars und vom Informationsfluss nicht abgeschnitten. Das masochistische Schwarz-Peter-Spiel bei der Untersuchung der an sich legalen und legitimen Aktion der Armee ist eine reine Katastrophe. Selbst die Tuerken sind schon der ganzen Geschichte ueberdruessig geworden - aber hier geht's erst richtig los. Nur wenn am Schluss Barak, der sich als "Soldat Nr. 1" ausschliesslich bei der Bekaempfung der eigenen Bevoelkerung in Juda und Samaria hervorgetan hat und deshalb ueberall auf der Welt hoffaehig ist,  gehen muss, haette der ganze Zirkus im nachhinein noch Sinn. Aber Barak hat sich dafuer, auch ohne Partei und Fraktion, in den Jahrzehnten einfach zu tief in das System eingefressen. Das politische System Israels ist gegenwaertig vorwiegend mit der Selbstverwaltung und "Selbstjustiz" beschaeftigt, mit Galant-Papieren und Tirkel-Kommissionen. Man muss von der Welt dann auch nichts erwarten, wenn man mit sich selbst so verfaehrt. Das alles ist fuer das Bestehen des Staates Israel viel gefaehrlicher, als Iran, Syrien und die Hisbollah zusammengenommen. (Foto: Sklaven)

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