Dienstag, 24. August 2010

Umwertung aller Werte in der Tuerkei

Die tuerkische Regierung unterzieht das bisherige Paradigma der nationalen Sicherheit einer Neubewertung: aus der Liste der aeusseren Gefahren fuer die Sicherheit der Tuerkei sind die Staaten Russland, Iran und Irak entfernt worden; aus der Liste der inneren Bedrohungen - "der islamische Fundamentalismus". Vor der Machtergreifung der AKP hatte das Militaer das Definitionsmonopol ueber die Gefahren - in der gegenwaertigen Tuerkei bestimmen die Regierung und die ihr unterstellen Geheimdienste, u. a. MIT, ueber Freund und Feind. Im Unterschied zur islamischen Revolution des Iran ist die islamische Revolution in der Tuerkei schleichend. Still und unbemerkt verschwinden Elemente in der Armee und Verwaltung, die fuer die alte saekulaere Staatsordnung eintreten ["Ergenekon"]. Die Entfernung des Fundamentalismus aus der Gefahrenliste ist eigentlich die reine, wenn auch notwendige, Formalitaet - sonst waere die Regierung der Tuerkei eine Gefahr fuer die Tuerkei, und das ist irgendwie unaesthetisch.
Verteidigugnsminister Barak hatte vor einigen Wochen die Ernennung von Hakan Fidan als neue Spitze des MIT als gefaehrlich bezeichnet. Fidan ist als Freund und Vertrauter des iranischen Regimes bekannt. Frei nach Franz Josef Strauss ["rechts von der CSU ist nur die Wand"] ist links von Barak nur Auschwitz. D. h., wenn Barak etwas als gefaehrlich einstufft, dann ist es das wirklich.

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