Sonntag, 29. August 2010

Zwei "Knaller" zum Wochenanfang

Die Woche fing mit gleich zwei "lauten" Ereignissen vielversprechend an. Das erste war die Predigt des geistlichen Oberhaupts der orthodox-sefardischen Schas-Partei Rav Ovadia Josef anlässlich des Rosch ha'Schana [Tag des Gerichts, jüdisches "Neujahr"], an der sich weniger die israelische wie vielmehr die westliche Presse ergötzte. Im traditionellen Segensspruch, in dem die Feinde Israels und diejenigen, die Israel hassen, verflucht werden, nannte Rav Ovadia Mahmud Abbas einen Bösewicht und wünschte ihm, den Palästinensern und "allen Bösewichten, die das Heilige Land hassen, ein baldiges Verschwinden vom Antlitz der Erde". Wenn man 89 und Rabbiner ist, hat man weniger Komplexe, zu sagen was man denkt, als wenn man 60 und Premierminister ist, der sich auf Verhandlungen mit der arabischen Welt in Washington vorbereitet. Deshalb beeilte sich die Premierministerkanzlei, sich von den Worten des Gelehrten zu distanzieren, sie spiegelten weder die Meinung des Premiers noch die Position der israelischen Regierung wieder. Weil sämtliche muslimische Rechtsgelehrte den Juden und "Kreuzrittern" ausschliesslich Gutes wünschen, war die Predigt von Rav Ovadia gegen die Feinde des Heiligen Landes natürlich etwas ganz besonderes und sorgte für ein breites Echo.
Das zweite ist eher ein Anwärter auf die Bezeichnung "grober Unfug", wenn es nicht so empörend wäre Die US-Agentur für Internationale Entwicklung [USAID] hat 250.000 $ in eine Werbekampagne  investiert, die bei den Israelis das Vertrauen in die Führung der PA stärken soll. Auf den Strassen israelischer Städte sollen Grossplakate mit den Porträts der PA- und Fath-Funktionäre  - Saib Erekat, Dschibril Radschub, Yaser Abed Rabo und Riad Malki - ausgehängt werden, unter denen ein folgender Fragesatz steht: "Wir sind Partner - und ihr?". Die Hussein-Administration transferierte laut Yediot Ahronot die genannte runde Summe an die sog. "Genfer Initiative", die die Gehirnwäsche auf den Strassen Israels in ihrem Auftrag durchführen soll. Der neueste Einfall des US-Präsidenten löste bei den meisten zurechnungsfähigen Israelis ein reines Staunen aus. Eine anonyme Quelle im israelischen Aussenministerium sagte dazu: "Es handelt sich um eine palästinensische propagandistische Kampagne, die durch die US-Regierung finanziert wird." Wenn es der letzte innovative Ansatz Husseins ist, darf man beruhigt sein.

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