Sonntag, 19. September 2010

Ägypten: Terroralarm auf Sinai

Ägyptische Sicherheitskräfte auf der Halbinsel Sinai sind erneut in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt worden, berichtet die PA-Nachrichtenagentur Maan. Grund seien Eilmeldungen über geplante Angriffe palästinensischer Terroristen auf israelische Städte, die von der ägyptischen Halbinsel aus augeführt werden sollen. Über die komplizierten Tunnelnetze im Bereich des Grenzübergans Raffiach zu Ägypten versuchen die Terrorgruppen aus der Hamas-kontrollierten Enklave regelmässig Raketen und Munition auf Sinai zu deponieren und Israel vom ägyptischen Territorium aus anzugreifen. Der letzte Anschlag dieser Art erfolgte im August, als Eilat und die jordanische Stadt Aqaba beschossen wurden und dort ein Todesopfer und mehrere Verletzte forderte. Damals hatte Ägypten die Nutzung seines Staatsgebiets für Terrorangriffe noch vehement bestritten. 
Vor einigen Tagen wurde der Chef des "Geheimdienstes" der Hamas Muhammed Dvabesch, bekannt auch als Abu Raduan, im Flughafen von Kairo festgenommen. Er war über den Grenzübergang Raffiach nach Ägypten eingereist und wollte von dort aus nach Saudi-Arabien fliegen, um sich dort mit den Vertretern der politischen Führung der Hamas, die in Damaskus untergebracht ist, zu treffen. Da seine Person der breiten Öffentlichkeit nicht so bekannt ist, wie die der anderen obersten Mitgliedern der Terrororganisation, hatte man in Gaza mit seiner Festnahme nicht gerechnet. Ägyptische Sicherheitsdienste gehen davon aus, dass Abu Raduan und seine "Behörde" genaue Informationen über die Anschläge auf Eilat und Aqaba besitzt und auch in die Vorbereitung von weiteren Terroreinsätzen auf der Halbinsel Sinai involviert ist. Maan zufolge hatte die "Regierung" Gazas Kairo mit der Verschlechetung der Beziehungen gedroht, sollte Raduan nicht bald freigelassen werden.

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