Sonntag, 5. September 2010

Ahmadinedschad, PA: gegenseitige Vorwuerfe, niemanden zu vertreten

Am 3. September rief der iranische Ajatollah "alle Glaeubigen" auf, am sog. "Al-Quds"-Tag auf die Strasse zu gehen und "mit voller Stimme die Befreiung des palaestinensischen Landes von der zionistischen Besatzung" zu fordern. Dem Aufruf folgten Islamfaschisten  und deren Mitlaeufer von Teheran bis nach London. Nach iranischen Medienberichten beteiligten sich im Iran "Millionen von Menschen" an den Kundgebungen. Auf der zetralen Kundgebung in Teheran griff Ahmadinedschad die arabischen Herrscher, die an den Verhandlungen mit dem "zionistischen Feind" teilnehmen, die Verhandlungen selbst ["Totgeburt"] und vor allem die PA an. An die letztere stellte er mehrere rhetorische Fragen: "Worueber sprecht ihr mit den Zionisten? Wer hat euch das Recht gegeben, irgendwelche Verhandlungen zu fuehren und Zugestaendnisse vorzubereiten? Wen vertretet ihr?" Der iranische Praesident fuegte hinzu, dass nur ein bewaffneter Widerstand das Problem der Palaestinenser loesen koenne.
Mahmud Abbas liess waehrend seines Besuches in Libyen gestern seinen Sprecher Abu Rudeina die Angriffe Ahmadinedschads wie folgt kommentieren: "Dieser Mensch [Mahmud Ahmadinedschad] vertritt das iranische Volk nicht. Er hat die Wahlergebnisse gefaelscht und die Macht usurpiert. Er hat keinerlei Rechte, ueber Palaestina, seine Probleme und seine Fuehrer zu sprechen. Die Palaestinenser lassen es nicht zu, sich zu drohen, zu erpressen oder die Fuehrung der PLO durch Abu Masen in Zweifel zu ziehen." Mahmud Abbas sei "in freien Wahlen und in Anwesenheit von 1.000 internationalen Beobachtern" zum Praesidenten gewaehlt worden, heisst es in der Erklaerung Abu Rudeinas weiter.
Es gibt allerdeings mehrere traurige Tatsachen, die Ahmadinedschad recht geben. Die Amtszeit von Abbas ist noch im vergangenen Jahr abgelaufen, Newahlen wurden aufgrund des andauernden bewaffneten Konflikts zwischen den Terrorfraktionen Fath und Hamas auf unbestimmte Zeit verschoben. Die letzten Parlamentswahlen gewann die Hamas, die politischen Institutionen der PA funktionieren nicht. Wen Abbas vertritt, ist nicht nur Ahmadinedschad unklar.

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