Samstag, 18. September 2010

Israel in Erwartung einer neuen Flottillenwelle

Ein Schiff mit 650 t. Fracht, die der syrischen Nachrichtenagentur SANA zufolge humanitäre Güter und Medikamente für Gaza enthalten soll, ist aus dem syrischen Mittelmeerhafen Tartus ausgelaufen. Als Zielhafen wird Gaza angegeben. Unklar ist aber, ob die Fracht in Ägypten ausgeladen und weiter auf dem Landweg über den Grenzübergang Raffiach nach Gaza zugestellt wird, oder das syrische Schiff die Seeblockade direkt durchbrechen möchte. Wie der syrische Minister "für Angelegenheiten des syrischen Roten Halbmondes" Baschar Schaar erklärte, wird das Schiff nach einem Zwischenstopp im ägyptischen Hafen el-Arisch weiter den Hafen von Gaza ansteuern. Israel hält die Seeblockade Gazas aufrecht, um den unkontrollierten Waffenschmuggel nun auch auf dem Seeweg zu verhindern, und hat dabei jüngst die Rückendeckung von der UNO erhalten. Diese, und einige westliche Regierungen, z. B. Frankreichs, hatten vor anderthalb Monaten, als eine  libanesische Flottille startbereit war, auf die Regierung in Beirut Druck ausgeübt, die Aktion nicht zuzulassen und für ihre Lieferungen die üblichen Landwege zu nutzen, die die Überprüfung der Fracht auf ihren humanitären Charakter zulassen.
Früher am Samstag sind, laut CNN, drei Fahrzeugkolonnen Richtung Gaza losgefahren, "um die Blockade Gazas zu brechen": aus London, organisiert durch die der Hamas und anderen Terrororganisationen nahestehende Organisation "Viva Palestina", die weiteren aus Casablanca, Marokko und Doha, Katar; die Grenze zu Gaza wollen sie über Raffiach überqueren. Weitere Einzelheiten, z B wie sie nach Ägypten gelangen wollen, sind nicht bekannt und werden vermutlich geheim gehalten. Welche Arten von "humanitärer Hilfe" aus Marokko und Katar geliefert werden sollen, gaben die Organisatoren bislang nicht bekannt. Es gab auch keine Erklärung darüber, weshalb sie die "Blockade durchbrechen" wollen, die für humanitäre Güter nicht besteht.

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