Sonntag, 12. September 2010

An-Nahar, Ha'Aretz: Netanjahu setzt Moratorium fort

Bezueglich der Zukunft des Moratoriums ist die Nachrichtenlage genauso wirr, wie die Aeusserungen aus dem Umfeld von Netanjahu  und von ihm selbt. Das Portal der ha'Aretz walla zitiert ihn in der heutigen Kabinettssitzung mit nebuloesen Saetzen, wie "Es gibt alternative Wege zur Friedensvereinbarung, ausser dem vollstaendigen Baustopp. In den Gebieten [Judas-Samarias] gibt es Potential zum Bau von 19 Tsd Wohneinheiten. Sie lassen uns nicht alles bauen - ich bin nicht bereit, nichts zu bauen. Aber zwischen 0 und 1 gibt es viele verschiedene Zahlen. Wir muessen weise handeln." Man muss immer im Auge behalten, dass sich Medienberichte wie konzentrische Kreise vom eigentlichen Sachstand, den niemand inklusive der Beteiligten wirklich kennt, entfernen und sich Spekulationen gegenseitig aufschaukeln, bis sie an den harten Fakten der Unloesbarkeit dieses Konflikts wieder zerbrechen. 
Aber vorausgesetzt, das was die ha'Aretz schreibt, stimmt zumindest ueberwiegend, dann heisst das, dass Netanjahu Abbas die selektive Fortsetzung des  Moratoriums anbieten und damit juedische Kleinstaedte markieren wird, die im Rahmen der Endloesung der Vernichtung unterliegen. Was er von den Arabern dafuer bekommt, ist unbekannt, aber wahrscheinlich nichts, wie bei allen Zugestaendnissen zuvor. Befluegelt vom Wahlsieg vor 1,5 Jahren sagte Netanjahu im Kreise seiner Anhaenger mal, dass er in den Verhandlungen mit den Arabern "kein Freier" sein wolle. Entgegen manchen Hoffnungen hat er damit aber nicht ausgeschlossen, dass er ein grosser Freier sein kann. 
Netajahu nimmt an, dass Abbas wegen des angeborenen Selbsterhaltungstriebs nie etwas unterschreiben wird, und glaubt, so hoch pokern zu koennen. Waehrend selbst die "Road Map" "Zwei Staaten fuer zwei Voelker" vorschlaegt, habe er von Abbas "nie etwas von der Anerkennung des juedischen Staates gehoert." Das stimmt allerdings. Am 15. September sollen sich Netanjahu und Abbas in Scharm el-Scheich treffen.

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