Dienstag, 19. Oktober 2010

Avoda: das "Erbe Rabins" zunehmend als Last empfunden

MK Einat Wilf [Avoda] hat in der letzten Fraktionssitzung ihrer Partei  gefordert, auf die jaehrlichen prunkvollen Zeremonien zu Ehren des 1995 ermordeten israelischen Premiers Izchak Rabin zu verzichten. Darueber berichtet Arutz 2. Ausserdem wandte sie sich an den Parteivorsitzenden Barak mit der Bitte, das ueberdimensionale Portraet Rabins aus dem Sitzungssaal der Avoda-Fraktion in der Knesset zu entfernen und durch das Portraet von Ben Gurion zu ersetzen. "Es ist an der Zeit, dass unsere Partei sich vom Personenkult Rabins lossagt, weil dies bei vielen Menschen im Lande auf Unverstaendnis stoesst". Als sie zum ersten Mal den Sitzungssaal betrat, sei ihr sofort das Missverhaeltnis in den Dimensionen der Portraets Rabins und Ben Gurions aufgefallen:
"Die Dominanz des Portraets Rabins ist erdrueckend, obwohl die Verdienste Ben Gurions um den Staat Israel nicht geringer waren", sagte Wilf der Zeitung Maariv. Sie sei in keinster Weise gegen Rabin und die Notwendigkeit, an die tragischen Umstaende seines Todes zu erinnern. Es sei aber unangemessen, aus der Trauer ein Fest zu machen und fuer politische Zwecke zu instrumentalisieren. Auch die diesjaehrige traditionelle Trauerkundgebung auf dem Platz der Koenige Israels, nach 1995 Rabin-Platz, in Tel Aviv wird den Veranstaltern zufolge vermutlich die letzte sein, weil sich jedes Jahr immer weniger Menschen versammeln und ein halbleerer Platz keinen guten Eindruck mache. 
Izchak Rabin schloss 1993 die wohlbekannten Osloer Vertraege mit der PLO Arafats ab. Dort erkannte er sie als offiziellen Gespraechspartner an, stimmte der PA-Selbstverwaltung in weiten Bereichen Yeschas und forcierte die Bewaffnung der paramilitaerischen Einheiten der PA, um deren Selbstverwaltungsstrukturen zu staerken. Als Geste des guten Willens liess er 1994 zusaetzlich ca. 8500 Terror-Gefangene frei. Er wurde am 4. November 1995 in Tel Aviv erschossen. Sein offizieller Moerder Igal Amir sitzt in lebenslanger Haft. Die Umstaende des Todes sind bis heute nicht abschliessend geklaert, der Grossteil der Ermittlungsunterlagen werden bis heute streng unter Verschluss gehalten.

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