Sonntag, 3. Oktober 2010

Fisher besorgt ueber "Waehrungskriege"

Der Vorstandsvorsitzende der Israelischen Zentralbank Prof. Stanley Fisher sprach auf der heutigen Pressekonferenz zur Lage der israelischen Volkswirtschaft das Problem der "Waehrungskriege" an. Die kuenstliche Entwertung der eigenen Waehrung ist ein Standardinstrument der Stimulierung von Wachstum und Beschaeftigung und des "Exports" der Arbeitslosigkeit und anderer Strukturprobleme in die konkurrierenden Laender. Die generell exportorientierten westlichen Volkswirtschaften errichten mit der Devalvation der eigenen Waehrung kuenstliche Schutzzoelle und foerdern den Export. Nur scheint man es mit dieser Politik in letzter Zeit zu uebertreiben: wenn dieselbe Strategie von Laendern mit den selben Strukturproblemen verfolgt wird, ist sie "fuer alle Teilnehmer problematisch und wird auch genauso gegen alle zurueckschlagen", erklaerte Fisher.  Die Hoffnung, den eigenen Karren auf Kosten der anderen aus dem Dreck zu ziehen wird aufgrund der engen Verflechtung der Volkswirtschaften nicht erfuellt werden koennen und wird im Endeffekt allen schaden. Diese Erklaerung machte Fischer vor dem Hintergrund des freien Falls des US-Dollars gegenueber dem Schekel, der gegenwaertig mit 1 $ = 3.63 NIS  den tiefsten Stand seit Monaten verzeichnet - und das trotz massiver $-Stuetzungskaeufe der selben israelischen Zentralbank.
Der Euro hingegen hat heute die psychologisch wichtige Marke von 5 NIS ueberschritten und lag im Laufe des Tages bei 5,01 NIS - so hoch wie seit Monaten nicht mehr. Die Situation an den Waehrungsmaerkten wird auch auf der Tagesordnung der anstehenden Tagung des IWF ganz oben auf der Agenda stehen, so Fisher. 
Ob das bisherige geldpolitische "Rezept" von US-Praesident Hussein, die Gelddruckereien auf Hochtouren laufen zu lassen, der angeschlagenen US-Wirtschaft hilft, darf bezweifelt werden, es hat sich bislang jedenfalls weder im Konsumklima noch am Arbeitsmarkt oder in seinen Umfragewerten positiv niedergeschalgen.

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