Donnerstag, 7. Oktober 2010

"Sonntagsfrage"

Der Radiosender Kol Israel hat heute die Ergebnisse der juengsten "Sonntagsfrage" bekanntgegeben, die das israelische Sozialforschungsinstitut "Maagor Mochot" im Auftrag des oeffentlich-rechtlichen Rundfunks durchgefuehrt hat. Seit den letzten Wahlen im Februar 2009 konnte das national-religioese Lager seine Mehrheit weiter ausbauen. Wuerden demnaechst Knessetwahlen stattfinden, wuerden:

Likud [national-konservativ, moderat] 33 (anstatt gegenwaertig: 27)

Kadima ["vorwaerts"] 26 (anstatt gegenwaertig: 28)

Israel Beitenu [rechts-konservativ, saekulaer] 21 (anstatt gegenwaertig: 15)

Avoda [links] 9 (anstatt gegenwaertig: 13)

Schas [religioes-sephardisch] 9 (anstatt gegenwaertig: 11)

Merez [linksextremistisch] 2 (anstatt gegenwaertig: 3)

Jahadut ha'Torah [Vereinigtes Torah-Judentum] 5 (gegenwaertig: 5)

Bait ha'Iehudi [Juedisches Haus, national-religioes] 3 (gegenwaertig: 3)

Ihud Leumi 2 [Nationale Einheit, national-religioes] ( anstatt gegenwaertig: 4)

arabische Parteien [Hadasch, Raam-Taal, Balad] 10 (anstatt gegenwaertig: 11)

von insg. 120 Sitzen im israelischen Parlament erhalten.

Israels Linke samt arabischen Schlaefer-Parteien kaeme damit auf insgesamt 47 Mandate. Wer die Kadima ["vorwaerts"] nicht zum linken Spektrum zaehlt oder nicht weiss, wohin "vorwaerts", dann bringen es die Partei des Waffenlobbyisten und nebenberuflichen Verteidigungsministers Ehud Barak, die ultralinke Merez und die Schlaefer auf 21 Mandate. Wahrend die Zugewinne fuer Israel Beitenu den Erwartungen entsprechen, ist die Staerkung der Likud eher ueberraschend, wenn man bedenkt, dass der einzige klare Kernpunkt der Politik Netanjahus das vieldeutige Schweigen ist.
Weil die beiden groessten rechten Parteien Likud und Israel Beitenu gleichsam und signifikant zugelegt haben, kann es sich um keine Binnenwanderung innerhalb des rechten Lages handeln, sondern um den Uebertritt weiterer enttaeuschter Linker ins rechte Lager, die mit der Avoda Baraks keine Partei haben und einer pleite gegangenen Ideologie nicht laenger anhaengen koennen.

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