Samstag, 9. Oktober 2010

Zur Lage am Wohnungsmarkt

Die Wohnungsnot in Israel hat sich weiter verschärft. Die Übernachfrage lässt die Preise sowohl für Eigenwohnungen als auch für Mietwohnungen weiter ansteigen. Wie TheMarker meldet, betrug der Preisanstieg für Mietwohnungen in solchen Grossstädten wie Tel Aviv, Haifa oder Beer Scheva im laufenden Jahr 20%, in Jerusalem 15%. Im Raum Tel Aviv wurde die Lage dadurch verschärft, dass die Stadtverwaltung den Wohnungsbesitzern die [illegale] Teilung von Wohnungen in mehrere autonome Wohneinheiten ["Studios"] zu Mietzwecken verbot und flächendeckend Inspekteure schickte, um die tatsächlichen Zustände zu prüfen. Eine 1,5 bis 2-Zimmer-Wohnung in Tel Aviv kostet zwischen 2500 und 3000 Schekel im Monat [kalt], wobei man berücksichtigen muss, dass in dieser Zahl sowohl Favelas von Süd-Tel Aviv als auch gute Wohnungen im Zentrum und Norden der Stadt akkumuliert sind.
Aufgrund des irrealen Preisniveaus sind ganze Gesellschaftsschichten mittlerweile von der Aussicht auf eine eigene Wohnung abgeschnitten. Immer weniger lassen sich von der Idee einer Maschkanta [Bank-Darlehen] begeistern und ziehen eine überteuerte Mietwohnung der Perspektive vor, eines Tages vom Gerichtsvollzieher auf die Strasse gesetzt zu werden, weil man das Darlehen nicht zurückzahlen kann.
Die populären Ankündigungen der Regierung in Sachen Bürokratieabbau, mehr Sozialwohnungen, Privatisierung staatlichen Grundbesitzes usw. haben an der Dauerkrise nichts geändert. Denn jeder der 30 Regierungsminister fühlt sich in erster Linie für Aussenpolitik zuständig, und erst dann für seinen eigentlichen Aufgabenbereich, sollte er einen haben [drei Minister, Begin, Nahari, Peled, kaben keinen].

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen