Dienstag, 2. November 2010

AMAN entdeckt zwei neue Atomanlagen im Iran

Der scheidende Leiter des israelischen Armeegeheimdienstes AMAN, Generalmajor Yamos Yadlin hat in der heutigen Sitzung des Knessetausschusses fuer Aussen- und Sicherheitspolitik neue Erkenntnisse der ihm unterstehenden Behoerde zum iranischen Atomprogramm praesentiert, die wesentlichste davon: der israelische Geheimdienst hat im Iran zwei weitere bislang unbekannte und der IAEO nicht gemeldete Atomanlagen entdeckt, berichtet das israelische Informationsportal walla. Die unterirdische Anlage in Qum war nicht die letzte Ueberraschung. Insgesamt plane die islamische Republik die Schaffung von mindestens 10 neuen Standorten, was allerdings der Iran selbst nur allzu haeufig ankuendigt. Der AMAN-Chef hat erklaert, dass das iranische Regime und sein Atomprogramm nach wie vor die groesste Bedrohung fuer die Existenz Israels sind - nicht, weil der iranische Praesident die Welt mit seinen Hasstiraden gegen Israel langweilt, sondern aufgrund der vorhandenen objektiven Befunde, auf die man sich auch stuetze.
Die oekonomischen Sanktionen zeigten zwar Wirkung, betreffen jedoch die Zivilbevoelkerung, waehrend das Regime weiterhin ueber genuegend Reserven fuer den eigenen Erhalt verfuege. "Sie [die Iraner] versuchen es nach wie vor, Uran anzureichern, dies geschieht gegenwaertig jedoch sehr langsam und sie haben mit einigen technischen Stoerungen zu kaempfen. [...] Auch deshalb, weil der Iran bis zuletzt nicht mit der Unterstuetzung des Sanktionskurses durch Russland und China gerechnet hatte. Nun ist Wasser im Iran teurer als Erdoel, und bald wird es eng", wird Yadlin zitiert.
Nicht weniger besorgniserregend sind aus der Sicht des AMAN die russischen Waffenlieferungen an Syrien, darunter die neuesten Luftabwehrsysteme, die das Potential haben, die Luftwaffe der Zahal in den Zustand der 70er Jahre zu versetzen [wohl eine Andeutung an den verlustreichen Jom-Kippur-Krieg]. "Diese Systeme sind billiger, als die S-300, aber nicht minder gefaehrlich. Alle Neuheiten, die vom Fliessband des russischen Verteidigungsindustriekomplexes gehen, gelangen umgehend nach Damaskus", so Yadlin. Er unterstrich, dass Russland permanent auch die aelteren syrischen Waffen modernisiere. 
Syrien spielt ein doppeltes Spiel: einerseits festigt es seine Beziehungen zum Iran und der Hisbollah, andererseits erweckt es durch sporadische Erklaerungen zum "Friedensprozess" den Eindruck, als wolle es tatsaechlich einen Friedensvertrag mit Israel abschliessen. Vor dem Hintergrund der Drohung der Hisbollah mit einem Regime-Change in Libanon sagte Yadlin, dass die Miliz viel staerker geworden ist, und gegenwaertig alle in Syrien befindlichen Waffen erhalten kann - sie muss nur darum bitten.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen