Donnerstag, 4. November 2010

"Idiot" und sein Saftladen

Der Zustand der israelischen Arbeitspartei Avoda ist so desolat und traurig, dass man schon befuerchten muss, dass sie allein mit Mitleidsstimmen eine absolute Mehrheit in der Knesset erreichen koennte.
Im gestrigen Fernsehinterview bei Arutz 2 hat der Vorsitzende des israelischen Gewerkschaftsbundes Ofer Eini den Avoda-Vorsitzenden Ehud Barak in Bezug auf die illegale Beschaeftigung einer Philippinerin in dessen Privathaushalt als "dumm" bezeichnet. Das Beschaeftigugnsverhaeltnis war unangemeldet, fuer die Frau wurden keine Sozialversicherungsbeitraege gezahlt. In einem beispiellosen Verbalangriff auf Barak sagte Eini woertlich: "Du musst wirklich dumm sein, so etwas getan zu haben. [...] Du weisst doch, dass dies gegen das Gesetz verstoesst. Und? Du denkst, man wuerde dich nicht schnappen? Schau': sie haben dich jetzt geschnappt." Arutz 7 zufolge soll Eini den Parteiboss einen "Idioten" genannt haben.
Im Interview an Kol Israel hat sich Barak auf die Angriffe heute zur Wehr gesetzt. Es sei zwar ein "Fehler" gewesen, doch so viel Laerm um diese Geschichte sei nur dadurch zu erklaeren, dass seine politischen Gegner ihm schaden wollten. "Wenn Einis Bruder bei der illegalen Beschaeftigung geschnappt worden waere, waere der Fall laengst mit einer Geldbusse erledigt worden." In Bezug auf seine Zukunft in der Partei und die Zukunft der Partei selbst erklaerte Barak, dass er die Partei "in dieser schwierigen Zeit nicht verlassen und sie weiter fuehren" werde: "Wir sind besorgt - um den Staat, die Partei und uns selbst - in dieser Reihenfolge", sagte Barak. Derweil erklaerte gestern sein Feind-Erzfeind-Parteifreund Ben Eliezer, dass es an der Zeit sei, einen externen Vorsitzenden zu waehlen, wenn die Parteisatzung die ausserordentlichen Vorstandswahlen nicht erlaube und es in der Partei keinen anstaendigen Menschen mehr gebe. Es wird gemunkelt, man habe dem scheidenden Generalstabschef Gabi Aschkenasi diese Ehre angeboten. Landwirtschaftsminister Shalom Simhon forderte Barak auf, "ein Mann zu sein" und selbst zurueckzutreten.
Ein weiteres Thema, bei der sich Barak profiliert, ist der regelmaessige Abriss juedischer Haeuser in Juda-Samaria, die sein Ministerium nicht sanktioniert hat. Eine Gruppe von Abgeordneten hatte vor einigen  Tagen angeregt, die ausschliessliche Verwaltungskompetenz des Verteidigugnsministeriums fuer Baugenehmigungen und Abrisse in Juda-Samaria und die diesbezuegliche Willkuer zu beenden.

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