Dienstag, 23. November 2010

Suedkorea mit Artillerie angegriffen [erneuert]

Nordkorea hat die suedkoreanische Insel Yongpyong mit Artillerie angegriffen, nach Angaben des suedkoreanischen Fernsehsenders YTN wurden ca. 200 Artilleriegeschosse auf die Insel abgefeuert, infolge von Volltrefern brennen 60 bis 70 Haeuser, die Stromversorgung ist zusammengebrochen, die Einwohner werden in Bunker evakuiert. Dies meldet u. a. Reuters. Augenzeugen berichten ausserdem, dass etliche Menschen versuchen, die Insel mit Fischerbooten zu verlassen. Suedkoreanische Streitkraefte haben den Angriff mit 80 Artilleriesalven auf nordkoreanische Stellungen beantwortet, die Streitkraefte beider Laender sind in hoechster Alarmbereitschaft. Inzwischen geht man von 2 Toten und  mindestens 17 Verletzten auf suedkoreanischer Seite aus. Die Regierung Suedkoreas hat zunaechst erklaert, dass auf die Aggression eine "adaequate Antwort" folgen werde, danach jedoch die Bevoelkerung mit der Aussage zu beruhigen versucht, dass man nach einer "diplomatischen Loesung des Konflikts" suche. Die Regierung in Seoul gibt an, dass Nordkorea auf die suedkoreanische Militaerbasis auf der Insel gezielt habe. Angaben zum Ausmass und den Opferzahlen variieren je nach Nachrichtenquelle, auf nordkoreanischer Seite gibt es keine verlässlichen Angaben über Opfer oder Schäden nach dem Vergeltungsschlag.
Auf der Insel Yongpyong leben ca. 1.300 Menschen, hauptsaechlich vom Fischfang. Bekannt ist auch, dass die suedkoreanische Regierung eine Dringlichkeitssitzung - in einem Luftschutzbunker - abhaelt, Praesident Lee Myung-bak versprach, alles Moegliche zu tun, damit der "naechtliche Zwischenfall nicht zu einer groesseren militaerischen Auseinandersetzung" werde.  Als moegliches Motiv Nordkoreas wird die Antwort auf die laufenden suedkoreanischen Militaeruebungen genannt. Seit der Versenkung des suedkoreanischen Kreuzers mit 46 Toten im Maerz ist die Lage rund um die Koreanische Halbinsel aeusserst angespannt.

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