Montag, 6. Dezember 2010

Bluehende Demokratie in Aegypten

Im zweiten Durchgang der Parlamentswahlen in Aegypten hat die regierende nationaldemokratische Partei von Praesident Husni Mubarak einen haushohen Sieg errungen. Die oppositionellen "Moslembrueder", die formell verboten sind und sich in der Regel als "unabhaengige Kandidaten" zur Wahl stellen, haben nach dem Scheitern im ersten Wahlgang die zweite Runde boykottiert, die Wahl fuer ungueltig und die politische Spitze fuer korrupt erklaert. Sie kontrollierten im alten Parlament noch rund 20% der Sitze und haben diesmal kein einziges Mandat errungen.
Die Wahlbeteiligung im ersten Durchgang betrug, nach offiziellen Angaben, 35%, wie viele aegyptische Wahlberechtigte zum zweiten Mal an die Urnen gingen, ist wahrscheinlich nicht messbar. Die regierende NDP erklaerte den Wahlboykott der Moslembrueder fuer die "letzte Agonie der gescheiterten Kandidaten".
Der Westen muss sich endlich daran gewoehnen, dass in einem islamischen Land entweder ein brutales und korruptes Regime oder ein brutales, korruptes und auch noch expansives und terroristisches Regime zu haben sind, und man aus pragmatischen Gruenden die erste alternative vorziehen muss, anstelle sich in heuchlerischen Sentenzen ueber die "Unregelmaessigkeiten" bei der Wahl zu ergehen. Eine korrupte arabische Despotie ist besser, als ein korrupter arabischer "Gottestaat". Der Westen kann u. U. einem islamischen Land ein politisches System aufzwingen und versucht es auch an vielen Orten der Welt, aber nicht die politische Kultur, die jedes politische System traegt.

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