Sonntag, 26. Dezember 2010

"Falsche Freunde" sind besser, als richtige Feinde: Israel und Europas neue Rechte

Vize-M Kara, LH Doerfler
Nicht nur in Eurabien sind Politik und Medien mit Kraeften durchsetzt, die mit den "politisch korrekten" Pauschalurteilen schneller sind, als sie einen klaren Gedanken fassen koennen. In Israel ist es nicht anders.
Nach dem Besuch von europaeischen Parlamentariern der neuen Rechten in Israel war der drusische Knessetabgeordnete und stellv. israelische Entwicklungsminister Ayoub Kara [Likud] letzte Woche zu einem Gegenbesuch nach Oesterreich auf Einladung der Freiheitlichen Partei gereist. Drei Mitglieder der aus den Abfluessen von Likud und Avoda 2005 entstandenen Kadima-Partei hatten das Ereignis fuer sich entdeckt, um ihr nicht vorhandenes "Profil" zu schaerfen.
MK Shai Hermesh hat gleich die Maximalstrafe fuer Kara gefordert: PM Netanjahu soll ihn feuern, denn es duerfe nicht sein, dass "die Regierung Israels einer Neo-Nazi-Partei Legitimation verleiht." Die Visite sei ein "unertraeglicher Vorgang" gewesen. Fuer MK Nachman Shai habe sich Kara "wie ein Elefant im Porzellanladen aufgefuehrt". Doch er holte noch weiter aus, Kara schade damit gleich "Israel und dem juedischen Volk". Der gleichen Ansicht ist auch der drusische Kadima-MK Majali Whbee, der Karas Empfang beim Kaerntener LH Gerhard Dörfler fuer "beschaemend" haelt. 

Am Samstagabend holte Kara zum Gegenaangriff aus: "Es ist bedauerlich, dass einige populistische Knessetmitglieder eine politische Offensive starten, ohne Fakten geprueft zu haben und ohne die leiseste Ahnung von den Menschen zu haben, mit denen ich mich getroffen habe. Verletzt die Zeremonie zum Gedenken an die Opfer des Holocaust die Gefuehle des juedischen Volkes? [...] Die Freiheitliche Partei war die einzige Partei in Oesterreich, die Israel waehrend des Zwischenfalls mit der Gaza-Flottille unterstuetzt und die Boykottaufrufe gegen Israel verurteilt hatte, waehrend die sozialistischen Parteien zu einem umfassenden Boykott Israels aufriefen. Ist das eine Nazi-Partei? Ihre Plattform gruendet ausdruecklich auf dem juedisch-christlichen Erbe - ist das eine Nazi-Partei?", fragte Kara rhetorisch. 
David Ha'ivri, dem Leiter des Bueros fuer Auslandsbeziehungen des Bezirks Samaria zufolge koenne man "auf einen ideologischen Wandel der europaeischen nationalen Bewegungen weg vom Judenhass, der Tradition, die sie mit anderen europaeischen Parteien teilen, hin zu mehr Verstaendnis fuer Israel und den Zionismus hoffen. Ich glaube nicht, dass ich naiv bin, wenn ich hier eine revolutionaere Moeglichkeit sehe." [Arutz 7].
Arafat, Solana

Fuer die getreuen Systemschreiberlinge in Europa war von vorne herein klar, wie sie den Besuch der Rechten in Israel dem Leser servieren sollen: "die europaeischen Nazis zu Gast bei den israelischen Nazis". "Israels falsche Freunde" seien es, urteilt die intellektuell schaebige "Zeit". Israels "richtige Freunde" sitzen dagegen in der EU-Kommission in Bruessel. Sie springen auf jeden ihnen von der PA und der arabischen Liga zugeworfenen Knochen an und sind mit einer Resolution zur Verurteilung Israels schnell zur Stelle. Sie wettern gegen die Gaza-Blockade, die sie vor 3 Jahren zusammen mit Israel selbst beschlossen hatten, sie - die in Afganistan und dem Irak so behutsam vorgehen - wollen Israels "Kriegsverbrechen" untersuchen, wenn sich der Judenstaat gegen den Terror zur Wehr setzt. Sie holen die Boykott-Keule gegen Orangen aus Juda-Samaria heraus, weil sie von Juden gepflanzt sind. Sie stopfen den Gazastreifen mit dem Geld des europaeischen Michels voll, das als "Entwicklungshilfe" deklariert wird, aber in Form von Raketen in Israel landet. Sie erkennen vorsorglich schon mal einen "Palaestinenserstaat" an, der gar nicht existiert und nicht existieren will. Sie wollen in einem Teil Israels einen weiteren Barbarenstaat schaffen, in dem die wenigen verbliebenen Juden wie Christen um ihr Leben rennen werden, genau so, wie es in den PA-Gebieten [Betlehem] der Fall ist, wie in der arabischen Welt im Allgemeinen. Die Systemlinge kaprizieren sich am Begriff des "juedisch-christlichen Erbes", wie er in den Erklaerungen der neuen Rechten dominiert. Das ist schluessig: jemand, der einen Teil des Heiligen Landes fuer die Schaffung der 23sten muselmanischen  Despotie in Nahost abtrennen will, wie es die verblendete eurabische Fuehrungsschicht anstrebt, kann keinen Bezug zum Heiligen Land und zum juedisch-christlichen Erbe haben. Sonst wuerde man ohne wenn und aber hinter Israel stehen, und nicht sabbernd nach Stellen am arabischen Stiefel suchen, die man noch nicht geleckt hat.
Der Antisemitismus ist leider der aelteste und resistenteste Bestandteil der europaeischen politischen Kultur, der bei den Systemparteien subtil und latent und bei den alten Rechten dumpf und manifest ist. Aus israelischer  Warte begeht man aber einen grossen Fehler, wenn man den neuen nationalen Bewegungen in Europa die Faehigkeit zur ideologischen Transformation abspricht und sie im Gefolge der Kettenhunde der Systemmedien  denunziert, anstelle positive Tendenzen in diesem Spektrum zu erkennen und anzuerkennen. Wenn man die bequemen politischen Schemata ablegt und das Handeln der politischen Akteure in Europa im Hier und Jetzt betrachtet, dann wird eines deutlich: "Israels falsche Freunde" sind Israels richtigen Feinden im eurabischen Bruessel, diesem hochparasitaeren und illegitimen Ueberbau, eindeutig vorzuziehen.

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