Samstag, 4. Dezember 2010

Internationale Hilfe angelaufen

Karmel, Bild Arutz 2
Der Kampf gegen das Feuer in und um das Karmel-Gebirge dauert den dritten Tag in Folge an, erschwert durch den starken Süd-Ost-Wind. In der Nacht zum Sonntag haben die Meteorologen Regen im Norden und im Landeszentrum versprochen. Alle 41 Todesopfer sind inzwischen identifiziert, es handlet sich vorwiegend um junge Auszubildende und Angestellte der Gefängnisverwaltung, sowie Polizisten und Freiwillige, unter ihnen der 16-jährige Freiwillige Eldad Riven; auch der Körper des zuvor vermissten Major der Polizei Itzchak Milina ist identifiziert worden. Die lange Liste mit den Namen der Todesopfer ist zur Veröffentlichung freigegeben worden. Der Tod, den sie starben, entzieht sich der menschlichen Vorstellungskraft. Den Angehörigen gilt unser Beileid.
Mehrere Polizisten, Feuerwehrleute und Freiwillige sind mit teils schweren Rauchvergiftungen in die umliegenden Krankenhäuser eingeliefert worden, der Zustand der Polizeipräsidentin von Haifa Auva Tomer bleibt kritisch. Dem israelischen Rundfunk zufolge sind 40.000 Dunam [~ 40 km²] Wald bereits vernichtet oder vom Feuer erfasst. 
Seit Sonnenaufgang sind wieder Löschflugzeuge und -hubschrauber im Einsatz, einschliesslich der aus Russland, Bulgarien, Griechenland, Zypern und der Türkei eingetroffenen Maschinen. Grosse Hoffnungen werden in die schweren IL-76-Flugzeuge gesetzt, die Russland geschickt hat und die mittlerweile im Einsatz sind. Sie können bei einem Flug 42 t Löschflüssigkeit  über dem Feuer abwerfen. Nach Informationen des 10 Fernsehkanals [Arutz 10] soll in der Nacht zum Sonntag das grösste Löschflugzeug der Welt,  ein Jumbo-747 aus den USA eintreffen, das bis zu 80 Tsd Liter Löschflüssigkeit aufnehmen und auch unter nächtlichen Bedingungen eingesetzt werden kann.
Die Polizei geht nach vorläufigen "Ermittlungsergebnissen" von der Fahrlässigkeit als Ursache der Katastrophe aus. Im zehnten Fernsehkanal erklärte ein Polizeisprecher, dass man zwei Personen festgenommn habe, deren Fahrlässigkeit zum Waldbrand im Karmel-Gebirge geführt habe: es handele sich um zwei Brüder aus dem Dorf Issufiyeh. Laut Kol Israel hätten sie keine Absicht gehabt, den Wald anzuzünden, hätten aber fahrlässig gehandelt, indem sie ihr Lagerfeuer ungelöscht verlassen hätten, überzeugt die Zuhörer und sich selbst der staatliche Rundfunk. Der Version, ein Brand  in der Mülldeponie im Dorf Issufiyeh habe den Flächenbrand ausgelöst, wird von der Ermittlungskommission widersprochen.
Im Laufe des Tages wurden neue Brandherde nahe Maalot, Schfaram und Kiriat-Bialik gemeldet, aber auch aus anderen Landesteilen, darunter in Jerusalem und im Dorf Basmat Tivon, berichtet NRG. Die zeitgleichen Brände andernorts, während fast alle Feuerwehrressoursen auf Karmel sind, sind klare Anzeichen der gezielten Brandstiftung. Ein hochrangiger Offizier der Zahal hat Arutz 7 zufolge zum ersten Mal einen Umbruch bei der Bekämpfung des Brände auf Karmel gemeldet, die wechselnden Windverhältnisse machen die Lage aber weiterhin unberechenbar.

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