Montag, 6. Dezember 2010

Knesset analysiert Brandkatastrophe

Am ersten Tag nach der Loeschung des Flaechenbrandes im Karmel-Gebirge fand heute eine Plenarsitzung der Knesset zur Brandkatastrophe statt. Parlamentspraesident Reuven Rivlin zaehlte die Getoeteten zu den Gefallenen der Kriege Israels hinzu, Premierminister Netanjahu trug eine erste kurze Analyse des Geschehenen vor und zahlte eine Liste von Sofortmassnahmen der Regierung auf, die den Betroffenen den Uebergang in ein normales Leben ermoeglich sollen. Damit war der konstruktive Teil der Sitzung zu Ende. Minister fuer innere Sicherheit Itzchak Aharonowitsch nahm aus seiner Dankesrede an die Beteiligten einige Namen bzw Institutionen heraus, darunter die israelischen Medien: "Ich bin froh, es euch keine einzige Minute erlaubt zu haben, den heldenhaften und selbstlosen Einsatz von Feuerwehrleuten und Polizisten zu vernebeln, die ihre Leben riskierten, um andere Leben zu retten", sagte Aharonowitsch. Aufgefallen war auch das Fehlen der Namen von Innenminister Ischai [orthodox-sefardische Schas-Partei] und Finanzminister Steinitz [Likud] in seinem Vortrag, damit gab er ihnen indirekt die Mitschuld am traurigen Zustand der israelischen Feuerwehr.
MK der linkspopulistischen Merez war natuergemaess weniger zurueckhaltend und gab Ischai und seiner Partei gleich die Schuld an allen Problemen der israelischen Feuerwehr im besonderen und in Israel im allgemeinen. Noch waehrend der Brandbekaempfung aetze die Journalistin des ersten Fernsehkanals Ayala Hason an die Adresse von Ischai, dass "alles anders gewesen [waere], wenn sich Ischai um die Feuerwehrleute genauso gekuemmert haette, wie er sich um die Yeschiva-Studenten kuemmert." Ihre Aussage wies der Leiter der israelischen Feuerwehr aber umgehend zurueck und wies darauf hin, dass es Ischai war, der die Aufstockung des Budgets der Feuerwehr in den Jahren 09-10 um 100 Mio erreicht habe. Andere riefen in Erinnerung, dass die israelischen Feuerwehrhubschrauber "Janschuf" 2002 [Regierung Scharon] ersatzlos vom Dienst genommen wurden und die jetzige Kadima-Vorsitzende Livni fuer diese irrsinnige und fatale Fehlentscheidung gestimmt hatte. Andererseits waren die vergangenen acht Jahre ein ausreichender Zeitraum fuer eine Korrektur.
Netanjahu hat angekuendigt, dass die betroffenen Familien einmalige Sofortzahlungen in Hoehe von 2500 Schekel zum Erwerb von Kleidung und Lehrbuechern erhalten werden, die vom Feuer vernichtet wurden. Arutz 7 zufolge sind nach ersten Schaetzungen mindestens 250 Haeuser vom Feuer beschaedigt, 70 voellig ausgebrannt.
Zum Schluss erhoben sich die Abgeordneten fuer eine Schweigeminute zum Gedenken an die Gefallenen. Noch gestern hatte die Regierung beschlossen, einen Fonds von 60 Mio Schekel fuer die ersten Infrastrukturmassnahen in der betroffenen Region zu bilden.

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