Freitag, 31. Dezember 2010

"Plan B" der Saudis

Abdullah,Ahmadinedschad, 2007
Berichte über die enge Zusammenarbeit Saudi-Arabiens mit Pakistan [Atommacht seit 1998] im Nuklearbereich sind nicht neu, noch 2006 hatte forbes über die Kontakte der Saudis zu den pakistanischen Nuklearwissenschaftlern, die Einbindung der saudischen Experten in das pakistanische Atomprogramm seit den frühen 90er Jahren und die massgebliche Finanzierung desselben durch das saudische Königshaus berichtet, sowie über die strenggeheime unterirdische Stadt mit Raketensilos Al-Sulaiyil, südlich der Hauptstadt Riad, mit einer unbekannten Anzahl von modernisierten pakistanischen Ghauri-II-Raketen mit 2300 km Reichweite. Aus dem selben nie leer werdenden Geldsack flossen übrigens seinerzeit Gelder für den Bau des Prestige-Projekts des sunnitischen Saddam-Regimes, des rakischen Atomreaktors Osirak.
Im Schatten des Iran und hinter der Rauchwolke aus Hasstiraden des iranischen Präsidenten gegen Israel und den Westen ist das "gemässigte" wahhabitische Saudi-Arabien zu einer Quasi-Atommacht geworden: Debka berichtet unter Berufung auf eigene Quellen, dass mindestens zwei Atombomben oder Atomsprengköpfe auf der pakistanischen Luftwaffenbasis Kamra, im nördlichen Attock-Bezirk des Landes Saudi-Arabien vorbehalten sind. 

Zwei saudische Transportflugzeuge sind dem Nachrichtendienst zufolge permanent auf der Kamra-Basis geparkt, mit den Besatzungen in ständiger Alarmbereitschaft. Beim Erhalt eines doppelten Codes vom saudischen König und dem saudischen Geheimdienstchef, dem Prinzen Muqrin bin Abdel Aziz, werden die Sprengsätze nach Saudi-Arabien geflogen und abschussbereit gemacht. Nähere Einzelheiten über das Verfahren der Lieferung der Sprengsätze an Saudi-Arabien sind nicht bekannt, bekannt ist nur, dass die als Eigentum Saudiarabiens betrachteten Sprengladungen in den streng bewachten Spreichern gelagert werden, die vom Rest des pakistanischen Atomarsenals räumlich getrennt sind. Pakistan hat den Atomwaffensperrvertrag nicht unterschrieben und hätte keine formellen völkerrechtlichen "Bedenken" gegen die Weiterverbreitung, was für Saudi-Arabien, das den Vertrag unterschrieben hat, nicht gilt. Die Saudis gehen aber davon aus, dass wenn dieses Szenario eintreten sollte, die Zugehörigkeit zu diesem Abkommen belanglos wäre.
Saudi-Arabien hat in den letzten Wochen, offensichtlich gezielt, durchsickern lassen, dass es "keinen Bedarf am eigenen Atomwaffenprogramm habe", weil es über eine Quelle verfüge, die auf Anforderung im Expresstempo einsatzbereite Nuklearwaffen zustellen werde.
Saudi-Arabien hat selbstverständlich nicht aus reiner Liebe zu Pakistan dessen Atombombe finanziert, von konkreten Mechanismen einer Express-Nuklearisierung Saudi-Arabiens durch Pakistan war aber bis zuletzt nichts bekannt. Angesichts der Nuklearbestrebungen des Iran und der Untätigkeit Israels und der USA sah sich der Hauptsponsor des wahhabitischen Islam offensichtlich gezwungen, einen "Plan B", sprich ein eigenes strategisches Abscheckungspotential und konkrete Mechanismen seiner Realisierung zu entwickeln. Nachdem die Wahhabiten mit ihrem Drängen der USA und Israels zum militärischen Durchgreifen gegen den Iran, oder "der iranischen Schlange den Kopf abzuschlagen" [König Abdullah], vorerst nicht durchgekommen sind, mussten sie einen Plan entwickeln, dies notfalls selbst zu tun.
Wenn man davon ausgeht, dass ein solches geheimes Abkommen zwischen Saudi-Arabien und Pakistan tatsächlich existiert, dann ist es äusserst unwahrscheinlich, dass es ein Teil im Konzept eines saudischen Präventivschlages ist, dazu ist das saudische Militär trotz modernster Bewaffnung nicht in der Lage. Viel mehr ist anzunehmen, dass sich das Königreich kurz vor der vermuteten Nuklearisierung des Iran auf diesem Wege eine abschreckende atomare Zweitschlagskapazität zusichern wird. Die Kettenreaktion einer atomaren Bewaffnung der Region im Gefolge der iranischen Atombombe ist der Hauptgrund, warum dieser erste Schritt nicht erfolgen darf.

Kommentare:

  1. shalom und gut schabbat. die raketen unserer feinde werden immer besser und haben eine enorme reichweite. nun
    muss man schon die saudis da zu zählen.ich denke oft mit angst an israel.was wird noch werden??
    g"tt schütze israel. karl

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  2. Ja mein lieber Karl
    Die Israelis werden ernten, was sie seit 60 Jagren gesät haben. Manchmal muss man die Suppe selber auslöffeln, die man für andere kocht.
    Wohl bekommts Israel

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