Samstag, 25. Dezember 2010

"Protektorat Böhmen und Mähren", "Republik Kosovo", "Palästinenserstaat"

Avigdor Lieberman
Ynet zitiert Auszüge aus dem Interveiw, das Aussenminister Avigdor Lieberman letzte Woche der amerikanischen Wochenzeitschrift Newsweek gegeben hat. Die Zeitschrift krönt Lieberman zum "beliebtesten Politiker Israels". U. a. hat Lieberman erneut daran erinnert, dass der Bevölkerungs- und Gebietstausch mit der PA ein integraler Bestandteil jeder Vereinbarung mit der arabsichen Autonomie sein muss. Nicht nur seine Israel Beitenu-Partei unterstütze diese Idee - sie findet Zustimmung in weiten Teilen des Likud und selbst in der ultralinken Avoda. Infolge dieser Regelung wären mindestens 50% der israelischen Araber - oder wie sie sich selbst bezeichnen, "Palästinenser unter israelischer Besatzung" - nicht mehr Teil des verhassten Israel, sondern Bürger des lang ersehnten "Staates Palästina". Dabei geht es nicht um den räumlichen Tranfer grösserer Bevölkerungsteile, sondern um eine andere Grenzziehung, die den politischen und demographischen Gegebenheiten gerecht ist: die an Juda-Samaria angerenzenden arabisch-israelischen Städte und Ortschaften sollen demnach an den künftigen PA-Staat abgetreten werden, sollte es denn zu einem solchen kommen. 

Auf die Anmerkung des Interviewers, 90% der Araber Israels seien dagegen, sagte Lieberman: "20% der Bevölkerung Israels sind Araber, 80% sind Juden. Von diesen 80% der Juden unterstützen 70% diese Idee. [...] Der Bewohner Umm al-Fahms [nordisraelische arabische Stadt und Zentrum des islamistischen "Nordflügels der islamsichen Bewegung"] kann weiter in seinem Haus, auf seinem Land, mit seinem Eigentum leben - aber als Bürger des Palästinenserstaates. [...] Jeden Tag, jede Woche gibt es einen neuen Fall der Verwicklung eines israelischen Arabers in  Terroraktivitäten. Die Führer der israelischen Araber, ihre 'intellektuellen' und kommunalen 'Eliten' sagen, dass sie nie Israel als einen jüdischen und zionistischen Staat anerkennen werden. Es geht darum, mit dem Phänomen aufzuräumen, bei dem Menschen alle Rechte und Privilegien des demokratischen Staates geniessen, aber jede Integration verweigern und unsere Werte nicht akzeptieren, "
In Bezug auf den Iran und seinen Präsidenten sagte Lieberman: "Es ist wie in den 30ern. Jeder verstand, wer Hitler war, aber jeder hatte versucht, von der Realität zu fliehen. Der Westen hatte Tschechoslowakei geopfert, Hitlers Appetit hatte das aber nicht gestillt, sondern erst gesteigert." Das Münchner Abkommen 1938, die Anerkennung des serbischen Kernlandes zur "Republik Kosovo" 2008, die voreilige "Anerkennung Palästinas" im Herzen Israels in diesem Jahr  - all das sind immer noch die gleichen Versuche der gleichen europäischen Verbrechermächte, kleinere Nationen dem Faschismus zum Frass vorzuwerfen in der Hoffnung, selbst verschonnt zu bleiben. Doch wie damals so werden sie auch heute feststellen, dass sie damit ihre eigene Zerstörung nur noch beschleunigen. Das, was sie in ihren warmen Stuben mit Lineal, Bleistift und grenzenloser Arroganz über die Köpfe der Beteiligten hinweg im Nahen Osten beschliessen, wird als Feuer der Zerstörung zu ihnen zurückkehren. Sie haben noch Zeit, zur Vernunft zu kommen.

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