Dienstag, 7. Dezember 2010

Wer ist schuld, zweite Folge

Die Suche nach den Schuldigen laeuft naturgemaess unvermindert weiter und erreicht zum ersten Mal den Premierminister, dessen Popularitaet wegen seines Krisenmanagements gerade gestiegen ist. Kol Israel hat heute aus einem Brief von mehreren hundert Feuerwehr-Offizieren an Netanjahu vor 1,5 Jahren zitiert, in dem sie ihn auf den traurigen Zustand der Feuerwehr hinweisen: es mangele an Personal und technischer Ausruestung, und dass dieser Zustand gefaehrlich sei. Die durchschnittliche Wartezeit nach dem Notruf bis zur Ankunft einer Feuerwehrbrigade betrage 15 Minuten, waehrend in den entwickelten Laendern 7,5 Minuten als Norm gelten. Netanjahu reagierte zwar mit mehreren oeffentlichen Ausschreibungen zum Erwerb der neuen Ausruestung, doch die Sache verlief schleppend, und 1,5 Jahre spaeter war die Feuerwehr immer noch genauso dran, wie zuvor. Und da war vom Erwerb von amphibischen Loeschflugzeugen noch gar nicht die Rede. Netanjahu streubt sich auch gegen die Einsetzung einer Untersuchungskommission zur Katastrophe, weil der anstehende Bericht des staatlichen Kontrolleurs, der sich auch mit der Feuerwehrbereitschaft befasse, voellig ausreichend sei. Auf der Kommission besteht ausgerechnet Innenminister Ischai, der sich von allen Seiten schweren Vorwuerfen ausgesetzt sieht und sie dadurch zu entkraeften hofft. Die naechsten 100 Folgen des Gewuehls "wer ist schuld" kommen bestimmt.

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