Dienstag, 28. Dezember 2010

Zug Naharia - Tel Aviv gerät in Brand

An der Unfallstelle [Arutz 10]
Einer der hinteren Waggons des Zuges auf dem Weg von Naharia nach Tel Aviv ist heute vormittags bei voller Fahrt in Flammen aufgegangen. Inzwischen ist die Ursache für den schweren Unfall gefunden worden: ein Leck in einem der Treibstoffkanister habe zum Austritt des Kerosins geführt und dieser habe sich entzündet. Der Unfall hat eine ganze Kette von Sicherheitsmängeln offengelegt: der Lokführer hat den Brand erstmal nicht gemerkt und leitete die Notbremsung erst dann ein, nachdem er vom einem vorbeifahrenden Lokführer einen entsprechenden Signal erhalten hatte. Derweil begannen die ersten Menschen am giftigen Rauch im inneren des Waggons zu ersticken, die Panik brach aus, die notffalmässige Türöffnung hatte nicht funktioniert. Die Menschen schafften es nicht, die Fenster  - ein extrem resistenter Gemisch aus Glas und Glasfasern - einzuschlagen, weder mit den Händen und Füssen, noch mit den "geeigneten" Gegenständen, der Rauch war inzwischen so dicht, dass man die üblichen kleinen roten Hammer nicht mehr finden konnte - nach einer anderen Darstellung gab es sie gar nicht. 

Unter den Fahrgästen war der 43-jährige drusische Grenzpolizist Salman Amar, der es auch mit der Schulterstütze seines Maschinengewehres nicht geschafft hatte, die Fenster einzuschlagen. Vom Tod trennten die Menschen im Waggon maximal ein Paar Minuten. Amar sah keine andere Chance, als seine M16 zu laden und eine Salve auf das Fenster abzugeben, er schoss, schlug es ein und half den Menschen, auf diesem Weg dem Tod zu entfliehen. So ist es bei "nur" 121 Verletzten aber ohne Todesopfer geblieben. Am Abend befinden sich immer noch 23 Menschen mit Rauchvergiftungen in den Krankenhäusern. Parlamentspräsident Reuven Rivlin ehrte heute Abend das schnelle und entschlossene Handeln Amars und lud ihn in die Knesset ein: "Viele Menschen schulden Ihnen ihr Leben, Israel dankt Ihnen".

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