Mittwoch, 21. April 2010

Israelisch-russisches Gemeinschaftswerk geplant

Russland beabsichtigt den Bau eines Werks zur Herstellung von Drohnen. Der Bau soll ein Gemeinschaftsprojekt mit dem israelischen Militaerkonzern Taasiya Avirit [“Luftfahrtindustrie”] sein. Der Hauptgeschaeftsfuehrer des russischen Staatskonzerns “Rostechnologie” Sergey Tschemesov wird durch die russische Nachrichtenagentur Interfax mit den Worten zitiert, dass die endgueltige Entscheidung ueber das Gemeinschaftsprojekt erst dann getroffen wird, nachdem das russische Verteidigungsministerium “unbemannte Flugzeuge” erfolgreich getestet haben wird. Das Ministerium soll bereits 15 Testflieger zu Testzwecken erworben haben.
Anfang April 2010 hatte der stellv. Russische Verteidigungsminister Vladimir Popowkin erklaert, dass sein Ministerium 5 Milliarden Rubel fuer die Entwicklung von Drohnen ausgegeben hatte, dennoch scheiterten alle Entwicklungen am Praxistest, keine von ihnen konnte den Anforderungen der Streitkraefte genuegen.

Israel verhaengt ein partielles Waffenembargo gegenueber der Tuerkei

Israel hat erste Konsequenzen aus der Umorientierung der tuerkischen Aussenpolitik gezogen. Nach demonstrativem Schulterschluss mit dem Iran und nicht enden wollenden Angriffen auf Israel seitens des tuerkischen Premiers hat Israels Export-Aufsichtsbehoerde eine Verfahrensaenderung fuer Waffenexporte in die Tuerkei beschlossen. Damit sind die juengst abgeschlossene Lieferung von Drohnen und die Aufruestung tuerkischer Panzer mit moderner Elektronik wohl die letzten grossen Geschaefte mit dem tuerkischen Staat auf absehbare Zeit gewesen. Kuenftig wird jede einzelne Anfrage der Tuerken einer Sonderpruefung unterzogen, auch um sicherzustellen, dass die gelieferten Waffen keine Gefahr fuer Israel selbst darstellen wuerden.

Assad rennt zu Mubarak

Nach uebereinstimmenden Berichten in der arabsichen Presse ist der syrische Praesident Assad in ungewohnter Eile nach Aegypten gereist, um mit Aegyptens Staatschef Husni Mubarak zu sprechen. Waehrend des zweiten Libanonkriegs hatte Assad mehreren arabischen Regimen “Verrat” vorgeworfen und sie als “Untermenschen” beschimpft, als diese sich weigerten, die Agression der Hisbollah - die Entfuehrung israleischer Grenzsoldaten und den anschliessenden Raketenbeschuss Nordisraels – zu unterstuetzen, darunter Saudi-Arabien und Aegypten. Waehrend es in der Zwischenzeit zu einer gewissen Anhaeherung zwischen Syrien und den Saudis gekommen ist, blieben die Beziehungn Syriens zu Aegypten biszuletzt aeusserst kalt. Das jetzige Treffen ist das erste nach dem Krieg.
Man nimmt an, dass Assad versuchen wird, Mubarak davon zu ueberzeugen, dass die Meldungen ueber angebliche Scud-Lieferungen an die libanesische Hisbollah falsch seien. Damaskus wirft Israel vor, “das irakische Szenario” auszuspielen: der Vorwand, Saddam Hussein besitze Massenvernichtungswaffen, diente als Rechtfertigung fuer den Irakkrieg der Bush-Administraiton. Assad meint nun, die Berichte seien frei erfunden und eine gezielte Desinformation Israels, um unter diesem Vorwand Syrien anzugreifen. Der kleine grosse Unterschied zu Saddam liegt jedoch darin, dass er ja die Existenz der ABC-Waffen stets bestritt, die Hisbollah jedoch den Erhalt von Scuds selbst eingestanden hat.

USA: militaerische Option gegenueber Iran “ausgeschlossen”

Das schlimmste aller moeglichen Szenarien scheint eingetreten zu sein: die USA schliessen ein militaerisches Eingreifen zur Verhinderung der iranischen Bombe aus. Auf einer Konferenz in Singapur hat sich zum ersten mal ein hochrangiges Mitglied der Administration offiziell zur Iran-Strategie der USA geaeussert. Die stellvertretende US-Verteidigungsministerin Michele Flournoy sagte laut The Washington Post: "The US has ruled out a military strike against Iran's nuclear program any time soon." Wie man “any time soon” verstehen soll, ist hier nicht mehr entscheidend. Entscheidend ist, dass die US-Regierung damit offizielle Zusagen an Israel vor und auch nach der Wahl Husseins bebrochen hat, wonach alle Optionen auf dem Tisch liegen sollten. Das gleiche wiederholten immer wieder auch hochrangige US-Militaers, einschliesslich Generalstabschef Mullen. Die USA haben Israel nicht versprochen, dass sie den Iran in jedem Fall angreifen werden, sollten die Sanktionen das Regime nicht zum Umdenken bewegen – aber wohl, dass sie die militaerische Drohkulisse als Teil des diplomatischen Prozesses und Drucks auf Teheran aufrechterhalten. Diese besteht nun nicht mehr, Hussein hat den Ajatollahs damit einen Blankoscheck fuer die Bombe erteilt, anders wird man das in Teheran nicht verstehen.
Diese einseitige Ruecknahme der bisherigen Politik setzt den juedischen Staat einer ernsten Gefahr aus: Hussein wird selbst nicht eingreifen, Israel nicht helfen, und weiterhin Israel mit einer Verschlechterung der Beziehungen drohen, sollte es selbst handeln. Die USA hatten hinreichend genug in der Vergangenheit gezeigt, dass sie ihre Militaerkraft ohne zu zoegern einsetzen, wenn es um ihre Interessen geht. Folglich liegt die iranische Bombe im amerikanischen Interesse. Vom Schutzpatron Israels sind die USA zum Schutzpatronn des atomaren Iran geworden, das muss man klar sehen. In Israel spielt man bereits Szenarien nach dem Alleingang durch: Massiver Angriff aller Feinde gleichzietig und ein Bruch des Buendnisses mit den USA, alternativ: das Damoklesschwert der iranischen Bombe und eines zweiten Holocaust. Hofffentlich verstehen die israelischen Entscheidungstraeger, dass dieses so geschaetzte Buendnis rein nichts wert ist, wenn die Schutzmacht sich so verhaelt; Israel hat buchstaeblich mit Hussein nichts zu verlieren. Deshalb muss es handeln, und moegliche Konsequenzen auf sich nehmen, um zu ueberleben. (Foto: Flournoy )

Biden euphorisch nach Liquidierung von al Qaida-Terroristen

In seiner Gratulation an die irakische Regierung anlässlich der Liquidierung von zwei meistgesuchen Anführern des Terrornetzes al Qaida in der irakischen Provinz Salach ad-Din erklärte Husseins Vize Biden am 18 April , dass die Teilnahme der amerikansichen Truppen an aktiven Kampfhandlungen schon im August dieses Jahres, wie mit der irakischen Regierung vereinbart, beendet sein wird, und die US-Marines bis 2011 vollständig abgezogen sein werden. Die Zusammenarbeit mit der irakischen Regierung und dem irakischen Volk, die weit über die militärischen Interessen hinausgeht, werde selbstverständlich fortgesetzt, so Biden. (Foto: Biden)

17-Jährige gewinnt beim Tanach-Wettbewerb

Den diesjährigen internationalen Tanach-Wissenwettbewerb, traditionell durchgeführt am Unabhängigkeitstag,  gewann die 17-jährige Or Schoel aus Kfar-Saba und bezwang den Favoriten Avner Netanjahu, den Sohn des Premierministers, der diesmal den dritten Platz belegte. Auf Platz 2 folgte Eldad Nahshon aus Rehovot. Die drei ersten Plätze belegten demnach israelische Schüler, danach folgten ausländische Mitstreiter, Rivka Friedman aus Kanada und Menachem Shindler aus den USA. Der Tanachwettbewerb am Unabhängigkeitstag soll bewusst machen und unterstreichen, dass die Beziehung der Juden zu Erez Israel und seine Souveränität in diesem Land in die Anfänge der menschlichen Geschichte zurückreicht. Tanach ist eine Akürzung für seine Hauptbestandteile: Tora [Weisung], Neviim [Propheten], Chtuvim [Schriften] und wird im Westen in der Regel als "Altes Testament" bezeichnet.