Samstag, 29. Januar 2011

Ägypten verliert Kontrolle über Sinai

Nach den letzten Angaben sind bei den Unruhen mindestens 100 Menschen ums Leben gekommen, Mohamed ElBaradei, der kurzfristig aus Wien angereist war und sich an die Spitze der Revolte gesetzt hatte, ist verhaftet und unter Hausarest gestellt worden, meldet Arutz 7. Israel hat mit der Evakuierung seines Botschaftspersonals sowie weiteren 40 Israelis begonnen, die sich in Ägypten aufhalten. Die Philippinen bereiten sich auf die Evakuierung von ca. 6.500 Landsleuten vor, die sich in Ägypten zu Studien- oder Arbeitszwecken aufhalten, für den Fall, dass die Situation sich noch weiter verschlechtert. Der Saudische König und die PA haben die jüngsten Schritte des ägyptischen Präsidenten unterstützt und Mubarak ihre Solidarität zugesichert, meldet Arutz 7. 
Jerusalem hält sich mit den offiziellen Reaktionen zurück, obwohl die Belange Israels auch daohne klar sind. Sollte das Regime fallen, geht man von einer langen Periode der Instabilität aus. Der Machrerhalt von Mubarak ist kein Selbstzweck, wenn ein Suleiman oder selbst ElBaradei für die Sicherheit sorgt und die Islamisten im Schach hält, kann es Israel auch recht sein. Ein Scheckensszenario wäre dagegen ein Regime der Moslembrüder, die schon seit Jahren die Aussetzung des Friedensvertrags mit Israel fordern. Die Hauptsorge für Israel ist vor allem die Situation auf der Sinai-Halbinsel und am sog. Philadelphia-Korridor, der Grenze Gazas zu Ägypten. Dort hatten die Beduinen die ägyptischen Grenzsoldaten am Grenzübergang Raffiach früher am Tag mit Raketen angegriffen und den Grenzzaun an mehreren Abschnitten durchbrochen.
In Raffiach und El Arisch wurden Regierungsgebäude angegriffen, die ägyptische Armee hat zusätzliche Armeeeinheiten auf die Halbinsel verlegt. Die Halbinsel Sinai ist unter Mubarak, mehr schlecht als recht aber immerhin, kontrolliert gewesen. Sollten sich dort anstelle der ägyptischen Grenzpolizei beduinische Schleuserbanden und Terroristen aller Art durchsetzen, droht Israel eine Zunahme der illegalen Infiltration aus Afrika und die allgemeine Zunahme der terroristischen Aktivität, verbunden mit dem unkontrollierten Waffenschmuggel in den Gazastreifen.

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