Sonntag, 30. Januar 2011

Al Jazeera's Vernichtungskrieg gegen arabische Regime

Mubarak trifft Suleiman, Armeeleitung [reuters]
Der Nachrichtensender aus Katar Al Jazeera  hat sich in den letzten Tagen mehr als deutlich positioniert, dies ist seit dem Feldzug gegen die PA - die angeblich "einmalige Zugeständnisse" an Israel machte, beim genauen Hinsehen aber die israelische Delegation klar über den Tisch zog und als patentierte Freier vorführte - klar geworden. Aber das alles ist Papiermüll, und das ist auch gut so.
Der ultimative Kracher kam aber gestern Abend, als Al Jazeera meldete, dass Mubarak Israel um Asyl bitten wolle. Dies soll eine nicht nammetlich benannte Quelle in der ägyptischen Botschaft in Israel dem Sender verraten haben - Israel bereite sich auf die Aufnahme Mubaraks vor. Diese "Nachricht" hat die Proteste nochmals angefeuert. Dem Sender scheint jede Insinuation und Verleumdung recht zu sein, das Regime wegzufegen und die Revolte am Kochen zu halten. Die Zeitung The Telegraph will dagegen erfahren haben, dass Mubarak die Unruhen in Scharm el Scheich aussitzen wolle, man habe auch die Landung seines Flugzeugs auf dem örtlichen Flughafen sehen können. Bestätigt ist nichts davon. Zuletzt hat das Staatsfernsehen von den Beratungen Mubaraks mit der Armeeleitung berichtet, ohne Einzelheiten zu nennen [Foto].

In den Urlaubsorten, wie dem selben Scharm el Scheich, sind am frühen Nachmittag Armeeeinheiten eingerückt, die USA und andere Länder bereiten sich vor, ihre Landsleute mit Sonderfügen auszufliegen, dies macht deutlich, dass die Lage der verbliebenen Touristen ernst ist. Unter den mittlerweile mehr als 150 Toten ist ein aserbaidschanischer Diplomat. Auch dieses Land schickt Sonderflüge nach Kairo.  
Gegenwärtig stagniert die Lage, tausende entlaufene Häftlinge, unter ihnen Schwerstverbrecher, Moslembrüder, Hamas-Terroristen u. a. verkomplizieren die Situation aber zusätzlich. Die Armee hat die Schlüssenpositionen bezogen, mischt sich aber in die Unruhen bislang nicht ein. Die Polizei dagegen erodiert, Augenzeugen berichten, dass etliche Polizisten in Uniform sich an den Massenplünderungen mitbeteiligen, während mancherorts selbsternannte Milizen unbestimmter Zugehörigkeit die Strassen patrouillieren. Al Jazeera meldet, dass das Gebäude des Innenministeriums beschossen worden sei. Auf dem zentralen Tahrir-Platz in Kairo haben sich am Nachmittag wieder an die 10 Tsd Demonstranten versammelt, die den Rücktritt von Mubarak fordern, und weder ihn noch Omar Suleiman - "amerikanische Spione", so die Menge - akzeptieren wollen. Das Regime kämpft noch.

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