Samstag, 1. Januar 2011

Al-Qaida kündigt Feldzug gegen Christen im gesamten Nahen Osten an

In der Neujahresnacht um ca. 3:00 Ortszeit explodierte nahe einer Kirche in der ägyptischen Stadt Alexandria ein mit Sprengstoff beladenes Auto, nach neuesten Angaben kamen 21 Menschen ums Leben, dutzende wurden verletzt, unter den Opfern befinden sich auch Polizisten, die die Kirche zum Zeitpunkt des Terroranschlags bewachten, meldet die ägyptische Staatszeitung al Ahram. Nach dem Anschlag sind die Sicherheitsmassnahmen rund um die christlichen Einrichtungen und Sehenswürdigkeiten Alexandrias erneut verstärkt worden. Die ägyptische Polizei hat von Zusammenstössen  zwischen koptischen Christen und Moslems nach dem Anschlag berichtet, die Lage habe sich aber inzwischen beruhigt. Staatspräsident Husni Mubarak wandte sich am Samstagmorgen an die Bürger des Landes mit dem Aufruf, "sich gegen die Kräfte des Terrors zu vereinen": "Kinder Ägyptens, Christen und Moslems, wir müssen eine Einheitsfront gegen den Terrorismus und diejenigen bilden, die der Staatssicherheit, der Stabilität und der bürgerlichen Brüderlichkeit einen Schaden zufügen wollen", so Mubarak im staatlichen Rundfunk. Der Anschlag folgte nach der Drohung des sunnitischen Terrornetzwerks Al Qaida, die in Ägypten mit der örtlichen Moslembrüderschaft enge Kontakte unterhält, an die Adresse der ägyptischen Christen. 

Auch im Januar 2010 waren ägyptische Christen Ziel eines Terrorangriffs: in der Nacht zum 7. Januar wurden Christen in der Stadt Nag-Hammadi in der Nähe einer Kirche aus einem vorbeifahrenden Auto beschossen, sieben Menschen kamen ums Leben, zehn weitere wurden verletzt. Der Anschlag galt dem koptisch-orthodoxen Weihnachtsfest.
Das selbe Terrornetzwerk steht hinter dem blutigen Anschlag auf eine bagdader Kirche mit mehr als 50 Todesopfern Ende Oktober. Die irakische al Qaida-Abteilung "islamischer Staat Irak" hatte die ägyptischen Christen damals aufgefordert, "innerhalb von 48 Std Musliminnen, die gewaltsam in den Kirchen und Klöstern der ägyptischen Götzendiener festgehalten werden, freizulassen." Die Islamfaschisten haben damit gedroht, einen regelrechten Krieg gegen Christen, nicht nur in Ägypten, sondern im gesamten Nahen Osten zu entfachen, sollten ihre Forderungen nicht erfüllt werden. Die Führung der koptischen Kirche hatte daraufhin erklärt, dass sie keine Angst vor den Islamisten habe. Sekretär des Hohen Kirchenrates Kamil Seddek sagte im November: "Ägypten ist nicht Irak und Kopten sind nicht irakische Christen." Die koptischen Christen machen ca. 10 % der ägyptischen Bevölkerung aus und sind die grösste christliche Gemeinde in Nahost.

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