Montag, 17. Januar 2011

Experten warnen Iran vor Hochfahren des Reaktors

Der britischen Telegraph liegt nach eigenen Angaben ein Bericht [in Kopie] der im iranischen Atomkraftwerk Buschehr taetigen russischen Atomexperten vor, die vor verheerenden Folgen warnen, sollte mit dem Hochfahren des vom Stuxnet-Virus befallenen Reaktors fortgefahren werden. Die Russen weisen ausdruecklich auf die Gefahr eines "iranischen Tschernobil" hin und haben sich deshalb an den Kreml mit der Bitte gewandt, seine endgueltige Inbetriebnahme zumindest nicht vor Ende 2011 zuzulassen. Im Bericht heisst es unter anderem, dass trotz routinemaessigen, elementaren Tests, die erfolgreich verlaufen seien, "die Fachleute eine sichere Aktivierung des Reaktors nicht gerantieren koennen". Sie beklagen sich ferner ueber den staendigen politischen Druck, der vom iranischen Regime ausgeht, das sich verantwortungslos verhalte und die fachmaennischen Gutachten ignoriere. Der Leiter der iranischen AEO Ali Akbar Salehi [selbst ein Atomphysiker, Red.] der z Z auch das Amt des Aussenministers ausuebt, bestehe darauf, dass es keine Probleme mit dem Buschehr-Reaktor gibt und "der erste Strom im Einklang mit dem bestehenden Zeitplan geliefert" werde. Noch im November 2010 hatten die Regime-Vertreter erklaert, dass der Reaktor bereits im Janaur in das Energienetz integriert und ersten Strom produzieren werde. Das offizielle Teheran bestand und besteht nach wie vor darauf, dass Stuxnet keinen Schaden an den fraglichen Anlagen verursacht habe. Dem Widersprechen das US-State Department und viele uebereinstimmende Medienberichte der letzten Zeit.
Telegraph fuehrt zwei weitere "interessante" Details ueber die Entwicklung des Stuxnet-Wurms. Die Zeitung zitiert den New York Times-Bericht, wonach der Virus vor der Einschleusung in das iranischen Anlagennetz von den amerikanischen und israelischen Experten an den Anlagen getestet wurde, die im Atomzentrum in Dimona nachbebaut worden seien. Ferner hat die deutsche Siemens AG im Jahr 2008 mit einem Labor im Bundesstaat Idaho ein gemeinsames Projekt durchgefuehrt, dessen Ziel es war, die Schwachstellen der Siemens-Transformatoren und anderen Geraetschaften aufzudecken, die auch die iranischen Anlagen steuern. Dank diesem Projekt haetten die amerikanischen Experten das noetige Wissen erworben, um den Virus zielgenau zu programmieren. In der Zentrufugenanlage Natanz - in der mindestens ein Drittel der Zentrifugen bis heute lahmliegt - bestehe der Virus aus zwei Teilen: der erste setze - durch Manupulationen der Rotationsfrequenz - die Zentrifugen ausser Betrieb, und der zweite bedecke die Arbeit des ersten, indem er Falschmeldungen ueber das intakte Funktionieren der Anlagen liefere. Auch wenn es nicht gelungen sei, alle Zentrifugen lahmzulegen, sei der Urananreicherungsprozess in Natanz erheblich verlangsamt worden.

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