Donnerstag, 20. Januar 2011

Hariri nimmt Herausforderung an

In seiner Fernsehansprache hat Interimspremier Saad Hariri erklärt, dass es falsch sei zu behaupten, die Spannungen im Libanon seien ein Szenario fremder Mächte [wie es ihm die Hisbollah und Teheran vorwerfen] - für das Schicksal des Landes sind allein seine Führer verantwortlich. Er werde sich erneut als Premierminister zur Wahl stellen und die Regierung anführen. Er warnte alle Fraktionen davor, den Weg der Gewalt und des Blutvergiessens zu wählen. Die Armee hat früher am Tag die Sicherheitsmassnahmen und die Präsenz in Beirut massiv verstärkt. 
Nasrallah hatte in letzter zeit sehr hoch gepokert, oder, wie es in solchen Fällen oft heisst, "zu hoch auf den Baum geklettert". Als sich Hariri in Washington aufhielt, riet er ihm "am besten gar nicht nach Beirut zurückzukehren", der "Widerstand" werde Hariri, einen "Verräter libanesischer Interessen", nicht akzeptieren; nach der Rede des Premiers am heutigen Abend warfen die Hisbollah-Anhänger Hariri vor, das Land in eine "Katastrophe stürzen zu wollen." Präsident Sulaiman will anfang kommender Woche Gespräche mit allen Fraktionen über die Regierungsbildung wiederaufnehmen. Das wird so sein - wenn nichts dazwischen kommt.

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