Mittwoch, 12. Januar 2011

Neues vom Streikkomitee

Der Streik im Aussenministerium zieht immer weitere Kreise. Waren von den Streikmassnahmen zuvor hauptsaechlich die Staatsorgane betroffen, so betrifft der Arbeitskampf nun zunehmend alle Buerger Israels. So musste z B der Staatsbesuch des russischen Praesidenten Medwedew abgesagt werden, der Besuch der Bundeskanzlerin Merkel steht, wenn kein Wunder geschieht, auch unter keinem guten Stern, die "Diplomaten" verweigern ihre Dienstleistungen schon seit laengerem der PM-Kanzlei und die Auslandsvertretungen ihren staatlichen Ansprechpartnern vor Ort. Kol Israel berichtete vor wenigen Tagen von  zwei Korvetten der israelischen Marine, die den Suez-Kanal Richtung Mittelmeer nicht passieren konnten, weil die diplomatische Mission Israels in Kairo sich weigerte, die notwendigen Papiere auszustellen. Nur nach der Einmischung des Oberbefehlshabers der Marine Adm. Eli Merom hat das Streikkomitee beschlossen, die Formalien "ausnahmsweise" zu erledigen. Betroffen sind z B auch israelische Verteidigungskonzerne, deren Lieferungen keine notwendigen Unterlagen erhalten, was einen grossen Schaden und eine Gefahr von Schadenersatzsforderungen der Vertragspartner mit sich bringt. So steckt die Fracht mit den Ersatzteilen des staatlichen Konzerns Israel Aerospace Industries [IAI], die an die Tuerkei geliefert werden sollen, am Flughafen Ben Gurion fest, weil das Aussenamt die notwendigen Genehmigungen nicht ausstellt. Das alles ist den "Diplomaten" aber noch immer zu lax.
Sie haben jetzt an alle Buerger Israels die Warnung herausgegeben, dass sie im Ernstfall im Ausland nicht mit dem Beistand israelischer Vertretungen rechnen koennen, sei es ein Verlust des Reisepasses, andere Formalitaeten oder eine Entfuehrung oder Verhaftung. Deshalb sollten sie am besten gleich zurueckkehren oder gar nicht erst verreisen. Den Buergern, die im Ausland in eine schwierige Situation geraten sind bzw. geraten sollten,  empfiehlt das Streikkomitee, sich an die Kanzlei des Finanzministers Steinitz zu wenden. Die streikenden "Diplomaten", die eigentlich bereits langjaehrige Haftstrafen und keine Lohnerhoehung verdient haben, fordern eine Gehaltserhoehung um 45%, kummulativ fuer die vergangenen 17 Jahre, in denen es keine Gehaltsanpassungen gegeben habe. Weil der Finanzminister ihnen nur 2,5% mehr Geld anbietet, scheint die Einigung z Z recht schwierig.

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