Montag, 10. Januar 2011

Iran: Regierung nimmt dem Esther-Grab Pilgerortsstatus

Wenn man in den innenpolitischen Spannungen im Iran einen ideologischen Kampf zwischen dem verkrusteten rueckwaertsgewandten islamistischen Regime einerseits und der offenen, aufgeklaerten "prowestlichen" Opposition sieht, dann sieht man schlecht. Fuer die Opposition ist z B gerade das regierende Regime "unislamisch". Was sich abspielt, ist nur ein Kampf verschiedener Clans um die Macht. 
Das regierende Regime hat sich bislang nie dazu herabgelassen, heilige Staetten des Judentums im Iran anzutasten. Wie Arutz 7 meldet, hat die Regierung - unter dem Druck studentischer Organisationen iranischer Universitaeten - verfuegt, vom Grab der Koenigin Esther und des Juden Mordechai in der iranischen Stadt Hamadan das Schild "Pilgerort von staatlichem Rang" zu entfernen. In der Petition der iranischen Studentenschaft vor wenigen Wochen an die zustaendigen Regierungsstellen wird unterstrichen, dass die Ereignisse, die im Buch Esther des Tanach beschrieben werden, "den Auftakt zur brutalen Besatzung und des Genozids der Moslems" der neuesten Geschichte bildeten. Im December versammelten sich 250 Studenten und Mitglieder der Basij-Miliz um das Mausoleum und drohten es zu zerstoeren.
Sie beziehen sich auf die Schilderung des Verteidigungskampfes der persischen Juden des Buches Esther. Der persische Koenig Achaschwerosch hat, nach seinem eigenen Befehl zur Vernichtung der Juden, den er nach dem geltenden Recht nicht rueckgaengig machen konnte, einen weiteren Befehl erlassen, der es den Juden erlaubte, sich gegen die Angreifer und Feinde zu verteidigen. Den Sinneswandel fuehrten die gemeinsamen Anstrengungen der Koenigin Esther und ihres Adoptivvaters Mordechai zur Rettung des juedischen Volkes herbei, das sein oberster Hofdiener Haman, Amalek, vernichten wollte. Die Juden besiegten ihre persischen Henker, im mehrtaegigen Krieg wurden 75.000 Perser getoetet. 2500 Jahre nach den ueberlieferten Ereignissen hat das Grab der Juden Esther und Mordechai angefangen, die iranische Studentenschaft zu stoeren. Eines muss man dem Regime Ahmadinedschad lassen, juedische Wallfahrtsorte hatte es zuvor nie angetastet.

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