Sonntag, 30. Januar 2011

Israels Sicherheitskabinett tagt zur Lage in Ägypten

Kairo, 28, 29 Januar [reuters]
Die Revolten in Ägypten dauern auch am späten Abend und in der Nacht an, der aufgebrachte Mob stürmt und zündet Polizeistationen und Regierungsgebäude in Kairo, Suez, El Arisch und im ägyptischen Teil Raffiachs [Rafah] an. Arutz 7 meldet, dass es den Demonstranten gelungen ist, Waffenarsenale an einigen Polizeistationen zu plündern und mindestens zwei Gefängnisse in ihre Gewalt zu bringen, tausende Häftlinge freizulassen und die dortigen Gefängniswärter zu entwaffnen. Bei der Verteidigung zweier Polizeistationen in Kairo hat die Polizei mit scharfer Munition zurückgeschossen, dutzende Regime-Gegner sind getötet worden. In der Nähe der israelischen Botschaft in Kairo ist es zu Gefechten gekommen, das Botschaftsgebäude steht z Z leer und es ist unwahrscheinlich, dass die Diplomaten am Sonntag dort ihre Arbeit aufnehmen werden. Die umliegenden Häuser sind geplündert worden. Die Familien der israelischen Diplomaten sind am Samstagabend mit einem El Al-Spezialflug nach Israel ausgeflogen worden und sind mittlerweile in Sicherheit.
Ein ägyptischer Armeesprecher hatte früher am Samstag im Staatsfernsehen die Bevölkerung aufgerufen, sich an die Ausgangssperre zu halten und gewarnt, dass die Polizei Gewalt einsetzen werde, sollte sie missachtet werden. Die Auflösung der Regierung und die Ernennung von Omar Suleiman als Vize-Präsident hatten auf die Menge, wenn überhaupt, bislang eine begrenzte Wirkung.
In Jaffo haben am Schabbatausgang hunderte Araber gegen die "jüdische Expansion" in dieser israelischen Stadt demonstriert. Sie riefen "allah akbar" und schwenkten PLO- und ägyptische Fahnen. Die Polizei hat die Demonstrationsorte abgeriegelt hat  aber nicht eingegriffen. Auch in Akko, Haifa und Sakhnin gingen dutzende israelische Araber auf die Strasse, um ihre Glaubensbrüder auf den Strassen von Kairo zu unterstützen, meldet Arutz 7.

Übergelaufener Offizier von der Menge getragen 

Am späten Samstagabend ist das israelische Sicherheitskabinett zusammen-gekommen, um über die Lage in Ägypten zu beraten. An der Sitzung unter der Leitung von Verteidigungsminister Barak nahmen Generalstabschef Gen. Gabi Aschkenasi und die Leitung des Armeegeheimdienstes AMAN teil.  Dem zweiten Fernsehkanal zufolge hat das Kabinett die Lage in Ägypten als "ausserordentlich und unberechenbar" bezeichnet. Die ägyptische Armee gehört dank massiver US-Unterstützung in den letzten Dekaden zu den modernsten und schlagkräftigsten in Nahost, sollten die Islamisten an die Macht kommen und den Friedensvertrag ausser Kraft setzen, bestünde für Israel eine reale Existenzgefahr. Der Militärbezirk Süd ist angewiesen worden, die Alarmbereitschaft zu erhöhen um auf jede Entwicklung an der Grenze zu Ägypten adäquat reagieren zu können.
In der Nacht sind die Massenproteste immer mehr Plünderungen marodierender Banden gewichen. Das Regime Mubarak hängt gegenwärtig ausschliesslich von der Loyalität der Armee ab.

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