Donnerstag, 10. Februar 2011

Ägyptische Opposition unterstützen darf nur Ahmadinedschad

Wie wir berichteten, hatten die Vertreter des herrschenden iranischen Regimes die Ausschreitungen in Ägypten in den letzten Wochen emphatisch unterstützt. Paradoxerweise darf es aber die iranische Opposition nicht. Einer der Kommandeure des iranischen "Korps der Wächter der islamischen Revolution", Gen. Hussein Hamedani, hat die Opposition im eigenen Land davor gewarnt, Demonstrationen zur Unterstützung der ägyptischen Opposition zu organisieren. "Der Plan, am nächsten Montag eine Demonstration durchzuführen, ist Teil der Verschwörung unserer Feinde. Sie sind politische Leichen, Spione und Feinde der islamischen Revolution", sagte Hamedani der staatlichen iranischen Nachrichtenagentur IRNA. Der General leitete die Niederschlagung der Proteste der iranischen Opposition nach den letzten Präsidentschaftswahlen 2009. Den Aufruf zum Protest unterschrieben die beiden bekannten Führer der iranischen Opposition Mir Hossein Musaui und Mehdi Karubi. Im Aufruf heisst es "Unser Ziel ist es, die Volksbewegungen in unserer Region zu unterstützen, vor allem die Gegner der Diktaturen in Ägypten und Tunesien. Deshalb bitten wir, die Demonstration zu erlauben." Gleichzeitig verbreiteten sie im Internet den Aufruf, "der Herrschaft der Hooligans [im Iran] ein Ende zu setzen und die Macht an die würdigen Vertreter des Volkes zu übergeben." 
Es geht um die Macht, und im Iran, im Gegensatz zu Ägypten, ausschliesslich darum. Denn während in Ägypten anstelle des säkulären Regimes eine totalitäre islamische Demokratie treten könnte, würde beim Sieg der iranischen Opposition die islamische Republik auch islamische Republik bleiben.

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