Freitag, 4. Februar 2011

Digitaler Krieg zwischen Fath und Hamas und der Vorschlag der Bundeskanzlerin

Im Ursprung der gegenwärtigen Massenproteste in Ägypten stand die sog. "Revolution der Blogger": erst im späteren Stadium schlossen sich tausenden jungen Enthusiasten Anhänger der Moslemebrüder, die Unterschicht und tausende entlaufene Verbrecher aus den gestürmten Gefängnissen. Die zunehmende politische Aktivität der Internetnutzer zwang etwa das Assad-Regime, wie schon berichtet, den Zugang zu den Netzen Facebook, Twitter, etc. umgehend zu blockieren. Die Londoner Asharq Al-Awsat hat heute einen Artikel über den virtuellen Krieg der konkurrierenden Terrorvereinigungen Fath und Hamas veröffentlicht. Das Hauptmedium ist, wie auch sonst, das Facebook. Die Anhägner der Hamas haben eine virtuelle Gemeinschaft namens "palästinensische Revolution" gegründet, in der die Aktivisten zum Sturz der "Tyrannei und Diktatur" von Abu Masen in den PA-Gebieten aufrufen. Die Aktivisten der Fath verbreiten wiederum Artikel über die glorreiche Geschichte dieses Vereins und rufen in der virtuellen Gemeinschaft "Schlacht bei Karam" die Bevölkerung Gazas zum Aufstand gegen das Hamas-Regime auf. Die beiden Fraktionen sind bemüht, ihren Nutzen aus den gegenwärtigen Erschütterungen in der arabischen Welt zu ziehen oder zumindest nicht unter den Druck der Massen zu geraten und diese präventiv für sich zu mobilisieren. Während sich Eurabien sinnlose Gedanken über einen Araberstaat in Israel macht, sind die genannten Terrorvereine damit beschäftigt, wie sie die jeweilige Gegenseite stürzen können.
Und ganz nebenbei hat der "Premierminister" der PA Salam Fajad erklärt, dass ausgerechnet "das ungelöste Problem der Palästinenser" die Hauptursache der Aufstände in Ägypten sei. Es ist weniger verwunderlich, dass für das Unvermögen der Araber und ihrer Regime, funktionierende Staats- und Wirtschaftsstrukturen aufzubauen, Juden und Israel zur Rechenschaft gezogen werden.  Viel schlimmer ist die Tatsache, dass die politische Führungsschicht Eurabiens und die Hussein-Regierung dieses antisemitische Denkschema übernehmen. Die  Bundeskanzlerin  hat von Israel gefordert, ausgerechnet und gerade in der gegenwärtigen regionalen Situation mit den Verhandlungen mit der [illegetimen, formell auch illegalen und äusserst labilen] PA-Führung zu beginnen. Das ist eine Verbindung von latentem, hochkultiviertem Antisemitismus und der manifesten, schreienden Dummheit, dem Unverständnis der Logik des Handelns in dieser Region.
Den heutigen Tag hat die ägyptische "Opposition" zum "Tag der Vertreibung Mubaraks" erklärt - nach den Freitagsgebeten soll die Schlacht gegen den Präsidenten mit tatkräftiger Unterstzützung aus Brüssel und Washington zum logischen Ende geführt werden. Aber es sind Zweifel daran angebracht, ob es ein Ende sein wird, das sich die lupenreinen Demokraten - die Moslembrüder, Hussein und Frau Ashton - wünschen. Zuletzt hat Al Jazeera überraschend gemeldet, dass die Moslembrüderschaft bei den kommenden Wahlen nicht mit dem eigenen Kandidaten antreten und lediglich Teil der Koalition sein will. Weil die Opposition de facto immer noch keinen allgemein akzeptierten Kandidaten hat, hat Mubarak zurecht Hussein im ABC-Interview darauf hingewiesen, dass er "nicht versteht", dass nach seinem sofortigen Rücktritt erst einmal ein Chaos entstehen würde, im Vergleich zu dem die gegenwärtige Situation als stablil bezeichnet werden kann. Aber Mubarak sagte, dass Hussein "ein guter Mensch" ist. Das ist aber allen längst klar.

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