Dienstag, 22. Februar 2011

Gaddafi: "Ich bin in Tripoli, Regen ist gut für Libyen"

Am Dienstagmorgen ist Oberst Gaddafi im libyschen Staatsfernsehen mit einer sehr kurzen Ansprache aufgetreten und erklärt, dass er in Tripoli und nicht in Venezuela sei und nur der Regen ihn daran  hindere, vor den Demonstranen auf dem Grünen Platz in Tripoli aufzutreten. Der Regen sei aber gut für Libyen, das unter Trockenheit leide. Auf die recht heftigen Unruhen in seinem Land ging er nicht ein. Wo und wann die 20 sekündige Aufzeichnung gemacht worden ist, konnte nicht eindeutig festgestellt werden. 
Ägypten hat zusätzliche Truppen an die Grenze zu Libyen geshickt, nachdem bekannt wurde, dass die libyschen Grenzsoldaten ihre Stellungen verlassen hatten. Das Ziel ist die Verhinderung des unkontrollierten Flüchtlingszustroms aus dem Nachbarland. Zusätzlich hat Ägypten ein Feldlazarett  nahe des Hauptgrenzübergangs "Salum" aufgebaut, um die libyschen Flüchtlinge und die aus Libyen fliehenden Ägypter zu versorgen, meldet reuters. Die Landebahnen des Flughafens Benghasi sind vollständig zerstört worden.
Im selben Masse, wie das Chaos in Libyen zunimmt, nimmt die Verlässlichkeit der aus dem Land eingehenden Nachrichten ab, der unkonventionelle Diktator lässt afrikanische Söldner walten, die Botschafter Libyens in den USA und Australien haben erklärt, dass sie "nicht mehr das Regime, sondern das Volk Libyens vertreten", mit der gleichen Erklärung trat gestern der Vertreter Libyens in der arabischen Liga auf. Unter den Twitter-Meldungen aus Libyen sind auch welche, die behaupten, Italien habe Sondereinheiten nach Libyen entsandt, um dem Diktator in seiner Not zu helfen. Nichts davon kann näher überprüft werden. Der Diktatorsohn Saif al Gaddafi, der das Regime im Staatsfernsehen nach aussen vertritt, hat bestritten, dass die Luftwaffe die Demonstranten in Tripoli und Benghasi zerbombt habe, vielmehr seien Munitionsdepots angegriffen worden, um die [weitere] Volksbewaffnung zu verhindern. Vermutlich wurden auch abtrünnige Armeeeinheiten unter Beschuss genommen. Der UN-Sicherheitsrat ist zu einer "Dringlichkeitssitzung" zusammengekommen.

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