Mittwoch, 2. Februar 2011

Welcher Nahe Osten schwebt Hussein vor?

Mubarak [l.], Hussein, Washington, 1.9.10
In einer Presseerklärung hat der Sprecher des Weissen Hauses Robert Gibbs soeben mitgeteilt, dass es "klar ist, dass das ägyptische Volk sofort einen Wechsel sehen will", meldet reuters. Gemeint ist die Forderung der Hussein-Regierung an Mubarak, "sofort" zurückzutreten. Die Erklärung kommt zu der Zeit, als die Gegner der Islamisten und Mubarak-Anhänger sich zunehmend auf die Strassen trauen und sich Strassenschlachten mit der Gegenseite  liefern. Seit wann spricht die "Stimme des ägyptischen Volkes" aus dem Weissen Haus?
Barry Soetoro wird, wenn überhaupt, in die Geschichte als der erste US-Präsident eingehen, der es geschafft hat, innerhalb kürzester Zeit das gesamte System der US-Verbündeten in Nahost zu ruinieren, einschliesslich Israel.
Die Tageszeitung Israel Hajom titelte vor einigen Tagen, dass Hussein im Nahen Osten Islamisten an die Macht führt - unreflektiert oder, was noch schlimmer wäre, völlig bewusst. Der Islamisierung der Türkei sieht er wohlwollend zu, der Entwicklung der iranischen Bombe und dem Treiben des Ajatollah-Regimes auch - bei den Ausschreitungen der Opposition im Iran nach der letzten Wahl war nicht zu vernehmen, dass Hussein Ahmadinedschad zum Rücktritt aufgefordert hätte -, zum ersten mal seit 6 Jahren schickt er einen US-Botschafter nach Damaskus, und dass jetzt in Beirut der Iran das Sagen hat, stört ihn auch nicht. Er unterstützt ganz offen die ägyptischen Moslembrüder und ihr lächerliches Aushängeschild El Baradei - das ist der Dank an Mubarak, der in den letzten 30 Jahren das grösste arabische Land mit einem Analphabetenanteil von 50%+ zu einem Stabilitätsanker in Nahost entwickelte, der sich als  einen verlässlichen Verbündeten des Westens sah und es auch war. Der Westen kannte mit dem Suez-Kanal in den letzten 30 Jahren  keine Probleme und an der Grenze zu Israel war Ruhe. Er war in den letzten Monaten der einzige in der Region, der sich mit dem israelischen Premier öffentlich zeigte. Mubarak flog zu den Nahost-Gesprächen im September nach Washington, weil es Hussein so wollte. Als Statisten braucht Hussein den alten ägyptischen Präsidenten jetzt nicht mehr, er ist  für Hussein das "verbrauchte politische Material". Er verbietet Israel, in seinem Kernland Häuser zu bauen, er hat an den jüdischen Staat Forderungen gestellt, hinter denen selbst die Feinde Israels in der Region nicht mehr zurückbleiben können.  Jetzt will er bewirkent, dass der einzige verbliebene strategische Verbündete Israels in der Region wegbricht. Er ist eine Katastrophe für sein eigenes Land, für diese Region und die westliche Zivilisation. Er ist ein Fehler.

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