Mittwoch, 23. Februar 2011

La Repubblica: Gaddafi will Pipelines sprengen, Italien schickt Kriegsschiffe

hier mit Tony Blair
Wie die italienische Zeitung La Repubblica meldet, hat Italien gestern drei Kriegsschiffe der italienischen Marine ins Mittelmeer Richtung Libyen entsandt, dabei handelt es sich um den Raketenträger Mimbelli, sowie zwei Landungsschiffe, San Marco und San Giorgio, mit Marineinfanteristen an Bord. Die Massnahme verfolgt mehrere Ziele: erstens die allgemeine Abschreckung: es ist zwar unwahrscheinlich, dass Gaddafi den bewaffneten Konflikt im Inland exportiert und etwa Italien angreift - im April 1986 feuerte Gaddafi während der Unruhen in Tripoli und Bengasi zwei Raketen auf den US-Marinestützpunkt auf der italienischen Insel Lampedusa ab - doch dem agonierenden Regime des libyschen Revolutionsführers ist alles zuzutrauen. Zweitens: die Flut von Flüchtlingen und Deserteuren des Regimes und afrikanischen Infiltranten aller Art aufzuhalten - dies ist schon viel realistischer, hatte doch Gaddafi Europa mit einer "libyschen Plage", sprich der Überflutung mit Flüchtlingen gedroht. Drittens: sich auf eine mögliche Intervention vorzubereiten, sollte es notwendig sein, den Flughafen Tripoli zu sichern und die im Land verbleibenden Ausländer zu evakuieren. Ausserdem will Italien nicht, wie vorgestern Malta, unerwartete Asylbewerber in seinem Himmel haben, die mit Jagdbombern anreisen. Sollte es dazu kommen, müssen die Jets abgefangen und zum Flughafen begleitet werden. 

Ausserdem wird berichtet, dass Gaddafi die Sprengung von Ölförderanlagen im Osten des Landes angeordnet hat. Die Grosstämme des Gebiets Cyrenaika im libyschen Osten haben dem Regime ihre Loyalität verweigert, die Retourkutsche Gaddafis könnte die Zerstörung von Pipelines zum Mittelmeer in diesem Gebiet sein, ihrer Haupteinnahmequelle. Der Osten des Landes ist derweil weitgehend unter der Kontrolle der Regime-Gegner, darunter die Städte Bengasi, Tobruk und Al Baida. Gaddafi kann sich z Z auf seinen eigenen Clan, 5000 Elitesoldaten, die getreue Luftwaffe sowie Söldner verlassen, grosse Teile der regulären Armee brechen einer nach dem anderen weg. Er verfügt nicht über ausreichend Militärkraft, um die Kontrolle im ganzen Land wiederherzustellen, wohl aber, den Auständischen gehörig zuzusetzen und, wie er selbst sagte, "ganz Libyen anzuzünden". 
Der italienische Energiekonzern ENI hat gemeldet, dass der Import von libyschem Erdgas eingestellt worden ist. 13% des Erdgasbedarfs und ca. 25% des Erdölbedarfs Italiens werden [oder wurden] durch Lieferungen aus Libyen gedeckt. ENI hat allerdings versichert, dass keine Energieträgerknappheit drohe, weil man über ausreichende Reserven verfüge und auf andere Anbiete umsteigen könne.

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