Montag, 21. Februar 2011

Libyen: Schlacht um Tripoli

Benghazi,Libyen: arabische Demokratie, al jazeera
Die arabischen Sender Al Arabia und Al Jazeera haben am Vormittag berichtet, dass der libysche Diktator Muammar Gaddafi das Land in Richtung Venezuella verlassen habe. Alle grösseren Städte seien bereits in der Hand der Oppositionellen, um die Hauptstadt Tripoli werde gekämpft, das Gebäude des Staatsfernsehens "Al-Dschamahiria", der Regierung und der regierenden "Volkskomitees", der Machtstütze von Gaddafi, und mehrere Polizeistationen sind in Brand gesetzt bzw verwüstet worden, zuletzt wurde berichtet, dass selbst der internationale Flughafen Tripoli von den Regime-Gegnern kontrolliert wird. Die Polizei hat sich während der Unruhen zunehmend selbst aufgelöst, die Bevölkerung bildet eigene Milizen-Gruppen, die für die "Sicherhheit" sorgen. Der harte Kern des Regimes geht während dessen mit äusserster Brutalität gegen die Oppositionellen in Tripoli vor, Scharfschützen schiessen von Dächern, gepanzerte Fahrzeuge fahren in die Menschenmenge, auch Militärhubschrauber sind im Einsatz.
Nach der Räumung einer gefährdeten Militärbasis wurde die Menge aus der Luft beschossen, um sie an der Plünderung der Waffendepots zu hindern. Die hohe Opferzahl - nach unterschiedlichen Berichten mindestens 300, Tendenz steigend - lässt sich zum Teil dadurch erklären, dass die Armee gespalten ist und einige Einheiten an der Seite der Oppositionellen kämpfen.
Der jüngere Sohn des Diktators Saif al-Islam Gaddafi hatte am Vormittag im Staatsfernsehen versichert, dass der Revolutionsführer "bis zur letzten Kugel" gegen ausländische Elemente kämpfen werde, die in Libyen ein islamistisches Emirat errichten wollen. Sollten die Demonstranten "bis morgen nicht zur Vernunft kommen, können sie Demokratie und Reformen vergessen".
Der Rohölpreis ist um 4% gestiegen, der Öl-Export aus dem OPEC-Mitgliedesstaat nach Europa ist gefährdet, ein Stammesführer im Osten des Landes soll Arutz 7 zufolge damit gedroht haben, die Pipelines zu blockieren bzw. zu sprengen, sollte Gaddafi innerhalb von 24 Std. nicht zurücktreten.

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