Dienstag, 1. Februar 2011

Moslembrüder stellen Mubarak Ultimatum, verhandeln mit der Armee [erneuert]

Tahrir-Platz, 1.2.11, reuters
Im Nachbarland wird es für Mubarak immer enger: heute traute sich zum ersten Mal der Generalsekretär der arabischen Liga, Ägypter Amr Moussa aus der Deckung und forderte Mubarak dazu auf, für eine geordnete Machtübergabe zu sorgen, meldet reuters. Die Opposition sieht sich mittlerweile in der Lage, aus einer Position der Stärke zu sprechen: sie sei bereit mit dem Regime zu verhandeln, aber unter der Bedingung, dass Mubarak zurücktritt. El Baradei pokert hoch, der Zeitung Al Arabiya sagte er in einem Interview: "Wir werden Mubarak gewaltsam entfernen, sollte er bis zum Freitag nicht freiwillig gehen." Reuters zufolge hat er den 82-jährigen Präsidenten zum Verlassen des Landes aufgefordert. Die USA und die EU haben ihren treuen Verbündeten schon viel früher fallen gelassen, die ägyptische Armee hat verkündet, keine Gewalt gegen die Menge anwenden zu wollen. Aber es ist zu bezweifeln, ob sie das überhaupt kann, von der Moral wie rein von der Technik her. Bestand früher die Befürchtung, dass Mubarak gestürzt wird, muss heute befürchtet werden, dass aufgrund seiner Hartnäckigkeit am Schluss das ganze Regime kollabiert: noch vor Tagen wäre es wahrscheinlich gewesen, dass eine zivilisierte Person aus seiner Umgebung, wie etwa Omar Suleiman, akzeptiert würde - heute erklärt die Moslembrüderschaft, dass sie mit niemandem aus seiner Regierung reden werde - weder mit Suleiman noch mit jemandem sonst, meldet reuters. Die Islamisten bringen den gegewärtigen Generalstabschef der ägyptischen Armee Sami Enan als als Mubarak-Nachfolge ins Gespräch.
Weder Reformankündigungen, noch eilige Schritte oder Beratungen über einen Termin für vorgezogene Wahlen will die Menge abkaufen. Kol Israel meldet, dass sich auf dem Tahrir-Platz wieder hunderttausende versammelt haben. Wie Arutz 7 unter Berufung auf den Fersehsender Sky News meldet, haben die Anführer der Moslembrüder geheime Verhandlungen mit der Armee aufgenommen, um Mubarak gewaltsam zu stürzen. Heute Abend und Nacht könnte sich entscheiden, ob die Revolte zur Revolution wird. Zur islamischen Revolution. 

1 Kommentar:

  1. Hätte ich "Heute in Israel" nicht, würde ich Tatsachen, wie hier beschrieben, nie erfahren!
    Denn von der deutschen Journaille kommen nur Lügen, Halbwahrheiten und Volksverdummung.

    AntwortenLöschen