Freitag, 18. Februar 2011

Mubarak will mit Hussein nicht reden

Die in London erscheinende Zeitung Al-Quds al Arabi hat darüber berichtet, dass der abgesetzte ägyptische Präsident Husni Mubarak sich geweigert hat, mit dem US-Präsidenten zu sprechen. Mubarak erhält Anrufe von verschiedenen Staats- und Regierungschefs, so jüngst vom saudischen König und potentiellen "Bruder im Unglück" Abdullah, die sich nach seinem Wohlergehen erkundigen. Er hatte jedoch keine Lust, ans Telefon zu gehen, als er von Hussein angerufen wurde: er fühlt sich vom amerikanischen Präsidenten wegen dessen Untersützung der Unruhen in Ägypten verraten und erniedrigt. Weil das Gespräch nicht zustande kam, bleibt unklar, welche aufregende Botschaft Hussein für ihn hatte.
Dem Bericht zufolge befindet sich Mubarak in seiner streng bewachten Residenz in Scharm el Scheich, ihm gehe es sogar inzwischen wieder besser, er führe wieder Telefonate, bestelle seine Lieblingsgerichte - darunter die schweizer Schokolade - und sehe fern. Das Angebot des saudischen Königs, in seinem Königreich Asyl zu bekommen hat Mubarak abgelehnt, er bestehe weiterhin darauf, dass er den Rest seines Lebens in Ägypten verbringen werde. Es kann natürlich sein, dass nach der Vertreibung Mubaraks die Militärjunta im September eine blühende Vorzeigedemokratie in Ägypten installieren wird. Es kann aber auch sein, dass diejenigen, die ihn gestürzt hatten, sich an seine Ära wie an Goldzeiten erinnern werden.

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