Sonntag, 13. Februar 2011

"Revolutionäre Nachbeben" in Kairo

Mehrere hundert Polizisten haben sich vor dem Innenministerium in Kairo versammelt, um Lohnerhöhungen und Immunität vor etwaiger strafrechtlicher Verfolgung aufgrund ihres Handelns bei der Auflösung der Demonstrationen zu fordern. Die Garde des Ministeriums hat Warnschüsse abgegeben, meldet ynet. Obwohl die meisten Demonstranten den Tahrir-Platz nach dem 18-tägigen Protest verlassen haben, weigern sich mehrere tausend besonders Standhafte zu gehen. Sie haben verstanden, für was sie gekämpft und was sie bekommen haben, sie wollen nun so lange bleiben, bis der regierende Militärrat die versprochenen Reformen durchsetzt, darunter die Aufhebung der Notstandsgesetze und demokratische Wahlen. Der einzige greifbare Schritt zu mehr Demokratie ist bislang die Verkürzung der Ausgangssperre gewesen, die gegenwärtig zwischen 0 und 6 Uhr morgens gilt.. Die Armee ist derweil bemüht, den Tahrir-Platz zu "säubern" und die Barrikaden abzubauen. Mehrere dutzend Aktivisten der Oppositionsbewegung, die heute wieder versucht hatten, auf den abgeriegelten Tahrir-Platz zu gelangen, wurden festgenommen, es kam zu kleineren Handgemengen mit der Militärpolizei.

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